Mittwoch, 14. März 2018

Mein erster Game drive

Gestern war es soweit. Eiskalt wurde ich am 4. Tag der Ausbildung ins Wasser geschmissen.
Ich war vor dem Prebriefing am Vorabend schon so aufgeregt wie soll ich nur den Drive schaffen?
Zum Prebriefing gehört, dass man nach dem Abendessen vor allen Leuten erzählt, dass man nächsten Morgen der Guide für den Game Drive oder den Bush Walk ist und welche Dinge man alle mitbringen soll.
Als es dann am nächsten Morgen soweit ist treffe ich mich mit dem lieben James (einer der Back up guides) am Auto und er vermittelt mir erstmal ein paar Dinge die ich jedes Mal am Auto checken muss.
Dazu gehören zum Beispiel ein Ölcheck und der Check der Bremsflüssigkeit.
Alles muss kontrolliert werden bevor es los geht. Tja und dann sitze ich auch schon im Auto und hole meine "Gäste" am vereinbarten Treffpunkt ab. Meine Gäste sind die anderen Trainees, der Instructor Jasper und James. Nach nicht mal zwei Minuten treffen wir schon auf Giraffen. Ich sollte dazu erwähnen dass wir bisher auf den Drives mehr auf die kleinen Dinge geachtet haben und noch nicht so viel große Tiere gesehen. Geschickter Schachzug, denn auch Gräser, Bäume, Blumen, Termiten und die vielen vielen Vögel können interessant sein. Verlieren aber an Attraktivität wenn man am ersten Tag gleich schon Löwen und Elefanten sieht.
Tja und da sitze ich nun. Nervös, zittrig und habe jegliches Wissen über alle Tiere vergessen.
Wir fahren weiter und um die nächste Ecke liegen gleich zwei Rhinos. Ich bin vollkommen überfordert, möchte die Tiere auf keinen Fall stören, aber sie liegen natürlich direkt neben der Straße.  Gott sei Dank gibt es hier nur die White Rhinos die im Gegensatz zu ihren Verwandten den Blick Rhinos etwas entspannter sind.
Ich bin voller Adrenalin.
Wir halten sehr nah an den Rhinos und sehen dass es Mutter und Kalb sind. Das kleine grast während die Mutter eine entspannte Pause einlegt. Wir beobachten die Rhinos in "silent", dann werde ich gefragt was ich so über Rhinos weiß und tja was soll ich sagen, vor lauter Nervosität ist mir rein gar nichts mehr eingefallen.

Wie es weiter ging erfahrt ihr im nächsten Bericht.

Beste Grüße aus dem Busch

Anni

Montag, 12. März 2018

If you cannot beat the silence, stay silent

Eines der ersten Dinge die man hier lernt ist still zu sein und zuzuhören und das auf vielen verschiedenen Ebenen. Bei den Bush Walks ist das Motto "Walk in silence". Dadurch ist es möglich einige Tier schon deutlich bevor man sie sehen kann, zu hören.

Auch abends und nachts ist die Umgebung das Gegenteil von still. Letzte Nacht konnten wir mehrfach eine Hyäne und die in der Nähe lebenden Baboons hören.

Sei leise und höre zu, dann kannst du etwas lernen.
Das gilt natürlich auch für die Unterrichtsstunden.

Unsere Geologiestunde heute wurde schon unterbrochen, bevor sie überhaupt angefangen hat. Wir waren alle quasi bereit zu lernen, als ein typisches knacken unsere Aufmerksamkeit erregt hat. Tja und wer stand da vor der imaginären Tür? Flippy der Campelefant. Flippy ist ein komplett wilder Elefant, der aber ab und zu im Camp vorbei schaut um zu gucken ob noch alles in Ordnung ist. Und jetzt war natürlich Zeit die neuen Studenten kennenzulernen.
Flippy stand direkt vor Charlys und meinem Zelt und wir konnten richtig nah ran um ihn zu beobachten. Das war ein unglaubliches Gefühl.

Allgemein kann man sagen, dass wir zumindest aktuell noch den ganzen Tag lernen. Wir sind  6 bis 7 Stunden draußen im Busch, zu Fuß oder mit dem Auto. Danach heißt es 1-3 Stunden Unterricht und in allen Zwischenzeiten beschäftigen wir uns mit der Vor- und Nachbereitung sowie dem Workbook.

Und ich muss zugeben ich hätte niemals gedacht, dass es unglaublich viel Spaß macht verschiedene Gräser und Vögel kennenzulernen.
Niemals, niemals nie hätte ich das gedacht.

Aber nach 20 Gräsern musste ich schon lachen, als unser Guide ganz aufgeregt schrie dass er etwas ganz besonderes hat und es wieder nur ein Gras war.

Ich werde weiter berichten.

Beste Grüße aus dem Busch

Anni

Samstag, 10. März 2018

Walking in silence

Comming soon

Wir sind im Busch angekommen.
Es ist wunderschön. Wir sind 9 Ecotraining Studenten dazu kommen. 4 Guides und 3 Staff Leute. Heisst wir sind mit 16 Menschen mitten im Nirgendwo.
Das Gefühl hier zu sein ist einfach unglaublich. Die Zelte sind mit Feldbetten und Moskitonetzen ausgestattet. Es gibt sowas wie eine Dusche und quasi richtige Toiletten. Das Karongwe Camp liegt, wie sich vermuten lässt, am Karongwe River. Der Fluss hat allerdings nut partiell Wasser und im ausgetrockneten Teil gibt es sogar ein kleines Volleyballfeld. Es gibt "under the Stars showers" die ich auf jeden Fall demnächst testen werde. Es gibt Study Decks auf denen wir lernen werden und ein Deck auf dem wir übernachten können. Direkt unter den Sternen, im Freien, kein Zaun um uns herum.
Die Nacht war laut. Überall zirpt und quakt es und gegen 4 Uhr morgens hat auch irgendein Tier gebrüllt. Laut, aber nicht so nah.
Der Morgen beginnt früh. Um 5:30 Uhr geht es raus aus den Zelten. Es gibt Kaffee, Tee und einen kleinen Snack. Danach geht eine Gruppe zu Fuß durch den Busch. Die andere Gruppe fährt im Jeep.
Heute morgen ging es für mich auf den ersten Bushwalk. Wir lernen die ersten Guiding Skills und lernen diverse Pflanzen und Bäume und deren Bedeutung für die Umwelt kennen. Wir sehen in einem Teil des Karongwes ein Krokodil, viele Vögel und entdecken kurz vor Schluss sogar noch einen großen Büffel, der aber gleich vor uns flieht. Vor unserem Camp sind dann noch 3 Nyala Bullen.
Es gibt ein wirklich tolles Frühstück mit Toast, Hackfleisch, Spiegeleier, Bohnen, Tomaten, Haferflocken und jede Menge Obst.

Jetzt sitze ich hier und schreibe und in einer halben Stunde geht zur ersten Guiding Stunde.
Ich bin gespannt.
Wir haben die ersten vier Tage eine kleine Schonfrist, aber danach müssen wir auch als Guides und als Dutyteam ran.

Beste Grüße aus dem Busch

Anni

Freitag, 9. März 2018

And into the wild I go, to lose my mind and find my soul

Es ist soweit. Ich sitze am Flughafen. So richtig echt.
Wie fühlt man sich?
Durcheinander, mir ist ein bisschen schlecht, Gefühle gehen auf und ab, sind aber unterm Strich sehr positiv.

Was wird passieren? Habe ich alles richtig gemacht? Wie werde ich mich verändern? Werde ich mich überhaupt verändern? Was ist hinterher? Erkennt mich mein Hund wieder?

1001 Dinge gehen mir durch den Kopf. 

Solange ich in den letzten Tagen nicht daran gedacht habe, war ich auch nicht aufgeregt. Aber sobald ich anfange daran zu denken... wow geht es durch mit mir.

Und jetzt sitze ich hier und es geht wirklich tatsächlich los.

Mein Hund ist bei der Besten untergebracht. Meine Familie und Freunde war einfach nur wundervoll zum Abschied. Ich werde alle so unendlich vermissen auch wenn es unterm Strich gar nicht so lang ist.

Ich hatte noch einen wundervollen letzten Abend mit Bier und Eierlikör und Lasagne.

Die Menschen hier am Frankfurter Flughafen waren unglaublich nett. Die Mitarbeiter haben mich alle ausgefragt zu meinem Vorhaben. Und am Security Check wurde ich gefragt ob ich deutsch oder hessisch spreche. ☺️

Und jetzt? Jetzt bin ich bereit Rangerin zu werden! 



Bis ganz bald aus dem Busch. 

Montag, 5. März 2018

Vino Vino Vino

Statt Veni, Vedi, Vici ist unser Roma Motto Vino, Vino, Vino

Der gute Wein. In Rom kein teures Vergnügen und um sich das Wetter schön zu trinken genau das richtige.

Früh morgens ging es zu einem Vintage Markt, ein Tipp von unserem Guide der Walking Free Tour. Erst waren wir ein wenig skeptisch, aber dann haben wir dort tatsächlich ein paar tolle Schätze gefunden. Mehr kann ich dazu leider nicht verraten, weil das ein oder andere ein Geschenk ist.

Ans unserem letzten Tag folgen wir den Tipps aus dem Internet.
Wir kaufen unser Ticket für das Kolosseum, Palatin und Forum Romanum im Internet. Wir holen unser Ticket aber nicht am Schalter am Kolosseum (eeeewwwiiggg lange Schlange), sondern am Palatin. Da war nur eine handvoll Menschen und wir konnten ganz schnell den Spuren der alten Römer folgen. Das Gefühl dort durch und an den alten Mauern vorbei zugehen ist einfach überwältigend. Hier waren wirklich vor 2000 Jahren die alten Römer, wie in meinem alten Lateinbuch und auch ein bisschen wie bei Asterix.

Wir begutachten das Forum Romanum von oben und es ist einfach unbeschreiblich. Das sollte man wirklich mal gesehen haben.
Und wenn man sich vorstellt, dass wir easy peasy in 2 Stunden von Köln nach Rom fliegen und die alles zu Fuß gelaufen sind, ist man nur noch überwältigter.

Wir schlendern am späten Nachmittag nochmal am Kolosseum vorbei um zu schauen wie lang die Schlange ist. Und was ist? Keiner da! Also auf ins Kolosseum. Drinnen war es dann natürlich nicht leer und auch das Wetter wollte nicht mehr so richtig mitspielen.
Das Kolosseum hat mich von allen Dingen hier in Rom am meisten begeistert. Es ist gigantisch, überwältigend, einfach unglaublich welches Werk hier vor 2000 Jahren gebaut wurde. Es ist fast unvorstellbar, dass hier wirklich und ganz in echt Menschen gegeneinander oder gegen Tiere gekämpft haben und tausende haben bei diesem Blutvergießen zugesehen und es gefeiert.

Der Regen wird immer stärker und unser Hunger immer größer, also gehen wir quasi um die Ecke essen. Das Restaurant hat eine super Bewertung und das wollen wir mal testen.
Und was soll ich sagen, es war wirklich das beste Essen in Rom (http://lirioni.it/). Wir hatten Bruschetta, Pizza und sogar dreierlei Nachtisch! Mmmhhh lecker. Dazu noch ein Mosow Mule und der Abend ist perfekt.

Noch einmal am Kolosseum vorbei, noch schnell ein Eis gegessen und dann ab ins Bett.



Der nächste Tag war dann wieder eine Katastrophe. Wir wachten auf. Lena öffnete das Fenster und sagte sowas wie : Oh, oh, oh Anne guck mal.... Es schneit....
Das erste mal seit 6 Jahren liegt Schnee in Rom!

Ende vom Lied war eine schwierige Anreise zum Flughafen, bibbern dass unser Flug  nicht zu den 80% gecancelten Flügen gehört und in Mitten von Hunderten Menschen warten, warten, warten.

Wir hatten Glück, dass unser Flieger ging und wir nur ein paar Stunden Verspätung hatten. Hauptsache es ging irgendwann nach Hause.

Tja das war unser Kurztrip nach Rom mit einigen Höhen, aber auch genug Tiefen.

Aber mit meiner besten und liebsten Reisebegleitung kann es gar nicht scheiße werden.

Lena Liebe Liebe Liebe !!!

Bis bald
Anni

Donnerstag, 1. März 2018

Papa Francesco

Vielleicht wird es ja besser, wenn wir bei Papa Francesco waren

Früh morgens geht es auf in die Metro und wir fahren in den Vatikan. 
Schließlich sollten wir mal beim Papst vorbei schauen, wenn man schon mal in der Nähe ist.
Und tatsächlich scheint allein der Vorsatz zu helfen.

Das Wetter ist ein bisschen besser, es regnet erstmal nicht oder nur ein kleines bisschen. 
Der Vatikan ist beeindruckend klein. Der Petersdom ist gigantisch und wir werden ihn noch das ein oder andere Mal von verschiedenen Punkten Roms zu Gesicht bekommen. 
Die Schlange um hinein zugekommen ist trotz Februar und schlechtem Wetter ziemlich lang und wir entscheiden uns nicht hineinzugehen sondern schlendern einfach ein bisschen durch die Gegend. 
Ja wir sind Banausen und wir sind auch knapp bei Kasse. 
Viele Gebäude sehen toll aus, aber richtig zu- oder einordnen können wir nur wenige. Wir schlendern durch Rom, kommen durch Nicht-Touristen Gebiete in denen es uns gleich viel besser gefällt.
Wir landen in einer italienischen Bäckerei mit lauter Leckereien und teilen uns ein Napolitan oder so ähnlich. Ein Gebäck mit Schoko-Nuss-Füllung. Lecker. Wir laufen über einen Markt. Entdecken Obst und Gemüse, welches wir noch nie zuvor gesehen haben und probieren an einem Stand eine Paste. Eine Trüffelpaste. Ihh. Ihh. Ihh. 
Wir beide finden das so eklig und müssen den Geschmack erstmal mit Fishermans Friends verjagen so gut es geht. 
Und nein eins reicht da absolut nicht aus!.
Wir spazieren durch die kleinen Gassen und kommen am Piazza Navona aus und teilen uns ein Schokoladeneis. 
Mmmhhhh das ist wirklich richtig lecker. 
Wir spazieren weiter zum Pantheon und schon von weitem hören wir laute unglaublich schöne Musik.
Ein Musiker mit Cello erfüllt den ganzen Platz vor dem Pantheon und der Moment ist einfach magisch!


Weil ich immer noch nicht ganz fit bin, befinden wir uns am frühen Nachmittag zurück in unserem Zimmer. Wir machen eine kleine Pause, denn um fünf haben wir noch eine Free Walking Tour gebucht. 
Zwei Stunden vorher geht es auf zum Kolosseum, da wir dort in der Nähe auf Empfehlung eine Pizza essen wollen. 
Die Pizza ist ganz lecker genau wie der Wein und das Klo ist mal wieder ein bisschen schmutzig wie so vieles hier.
Um kurz vor fünf sind wir am Piazza Repubblica und es fängt wieder schlimmer an zurechnen. 
Dort ist die Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in der Michelangelo sich überall verewigt hat.
Das Ganze können wir ohne lange Warteschlangen und teuren Eintrittspreis genießen.

Unser Guide ist eine Frau. Eine holländische Künstlerin die seit zwei Jahren in Rom lebt. Die Führung mit ihr ist toll. Sie erzählt wundervoll, eine richtige Geschichtenerzählerin. Es wird langsam dunkel und die beleuchteten Gebäude unter anderem auch der Petersdom aus der Ferne sehen fast noch beeindruckender aus.

Die Führung  dauert fast 2 Stunden und endet an der spanischen Treppe.
Wir bekommen noch Tipps zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, Museen, Restaurants und Cafes. Wir haben einiges über Rom erfahren und ich werde wahrscheinlich nie wieder vergessen, dass Bernini das römische Stadtbild maßgeblich geprägt hat.

Unser Abend endet wieder im Druids Den unserem Irish Pub um die Ecke.

Beste Grüße aus dem verregneten Rom!







Dienstag, 27. Februar 2018

Auf zu den Römern!


Bella Italia? Nicht für mich Principessa nicht für mich.... 


Italien mag mich einfach nicht. Es mochte mich noch nie und auch mein jetziger Kurztrip nach Rom zeigt mir erneut, dass Italien und ich keine guten Freunde mehr werden.

Es geht früh los. Um 3 Uhr morgen an einem Freitag im Februar klingelt der Wecker.
Meine Schwester und ich schliefen in ihrer schnuckeligen Wohnung in Bonn um dann früh morgens relativ zügig zum Köln Bonner Flughafen zu gelangen.
Ryanair ist die Fluggesellschaft der Wahl, da der Preis einfach unschlagbar war. Ich bin nicht sicher ob Wir überhaupt 70 Euro pro Person für Hin und Rückflug gezahlt haben.
Am Flughafen verläuft alles unkompliziert.
Kaum fünf Minuten im Flieger fallen uns schon die Augen zu und wir dösen mehr oder weniger bis wir in Rom landeten.

Es ist schönstes Winterwetter in Deutschland, strahlende Sonne, aber eisig kalt.
In Rom erwarteten uns etwas höhere Temperaturen, dafür Regen ohne Ende
Vom Flughafen Ciampino kommt man unkompliziert für wenige Euros mit Bus und Bahn zum Bahnhof Termini in der Innenstadt.
Der Regen tröpfelt uns zunächst nur ein bisschen auf die Köpfe.

Da wir erst gegen 14 Uhr in unsere Unterkunft können, machen wir uns auf die Stadt ein bisschen zu entdecken.
Das Gefühl auf den Spuren der alten Römer zu sein ist unglaublich, wenn man das Ganze nur aus seinen Geschichtsbüchern, Lateinunterlagen oder Asterix Comics kennt.
Man könnte meinen im Februar an einem Freitag bei immer stärker werdendem Regen kann es nicht so voll sein. Weit gefehlt!
Es war unglaublich voll und die Massen an Menschen, die nicht mit ihren Regenschirm umgehen können machen das ganze auch noch sowas wie gefährlich.
Unsere erste Station ist der Trevi Brunnen. Wenn man es geschafft hat sich durch die rücksichtslosen und unfreundlichen Massen an Touristen zu schlagen ist der Blick auf den Brunnen wirklich bezaubernd.
Aber ich muss sagen dieser hektische Massentourismus ist einfach nicht mein Ding. Ich liebe das Gewusel auf beispielsweise marokkanischen Märkten, aber diese vielen hektischen Menschen, die nur von Sensation zu Sensation eilen gehen mir doch gehörig auf den Sack.

In irgendeiner Seitenstraße suchen wir uns ein kleines Café.
Wir trinken Tee und Kaffee und teilen uns ein Tiramisu mit Eierlikör für stolze 7 Euro. Lecker war es trotzdem.
Leider scheint es hier überall ein bisschen dreckig zu sein. Es liegt verdammt viel Müll rum und auch in dem Café könnte ich nicht sagen, dass Sauberkeit das oberste Gebot war. Als meine Schwester von der Toilette kam sagt sie nur : ,,Das Klo ist wie deine Tasse, ein bisschen dreckig."
Mmmhhhh lecker.
Wir stolperte durch einige imposante Kirchen, an kuriosen Touristengeschäften vorbei bis zum Pantheon. Immerhin kann ich bei dem ganzen Regen positiv vermerken, dass es sehr hübsch aussieht wenn Regen durch das Pantheon fällt. Die ein oder anderen Inder oder Marokkaner oder was auch immer versuchen uns an jeder Ecke Regenponchos oder Schirme anzudrehen und irgendwann wurde der Regen so schlimm, dass wir uns in blaue und orangene Ponchos geschmissen haben. Unsere Füße waren zu dem Zeitpunkt auch schon mehr als pitschenass.
Wir machen uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in der Hoffnung auf eine warme Heizung um unsere Sachen zu trocknen und eine heiße Dusche zum aufwärmen.
Auf dem Weg dorthin beeindruckt uns noch das Collosum und das Forum Romanum.
Das wollen wir uns aber zu einem späteren Zeitpunkt genauer anschauen.

Tja kommen wir nun zur Unterkunft.... Wenn ich was gutes sagen soll, das Bett ist sehr groß und im Flur gibt es nen coolen altmodischen Aufzug, sonst fällt mir da leider nicht so viel ein.
Unser Zimmer mit geteiltem Bad ist eiskalt. Auch das Bad ist eisig. Die Heizung funktioniert nicht. Es gibt keine Handtücher und derjenige der es verwaltet kann nicht mehr als drei Wörter englisch. Das Zimmer ist direkt an der Straße es ist laut und auch allgemein ist alles sehr hellhörig.
Es gibt auch keine Handtücher, heißt Lena und ich teilen uns die nächsten Tage mein kleines Handtuch. Im Bad ist überall Schimmel und das Bett quietscht und knarrt bei der kleinsten Bewegung. Bei besserem Wetter wäre das sicher alles nur halb schlimm, aber nass und durchgefroren ist das wirklich nicht der richtige Ort.
Wir machen eine Verschnaufpause und überlegen wie es weitergehen soll.
Wir fahren mit der Metro ein paar Stationen zum nächsten Deichmann und kaufen uns dicke warme Socken und ein paar wasserdichte Stiefel. Wir ziehen sie direkt im Laden an und freuen uns wie sonst was über warme trockene Füße.

Kommen zu dem bisher schönsten in Italien:
Direkt um die Ecke unserer Unterkunft gibt es nicht sonderlich Italienisch einen ganz wunderbaren kleinen Irish Pub. Es gibt einen Klavierspieler, nette Gesellschaft und wir leckeren Cider. Wir lachen über unseren furchtbaren Start in Rom und quasseln die nächsten Stunden als hätten wir uns Ewig nicht gesehen.
Wir fallen irgendwann müde in unser Bett und hoffen, dass wir am nächsten Tag ein bisschen mehr Glück mit allem haben.

Ahoi und bis bald aus Rom!






Mittwoch, 31. Januar 2018

Zukunftsmusik

Ich bin eine Planerin.

Ich schmiede Pläne, arbeite sie aus, bringe sie auf Papier, ändere sie wieder und wieder und passe sie an.
Irgendwann steht ein Plan und im besten Fall wird er optimal ausgeführt. Ich lasse auch häufig Platz in meinen Plänen für Unerwartetes. Also ist sogar das geplant.
Nicht immer funktionieren Pläne.
Manchmal funktionieren sie einfach nicht oder gehen sogar völlig nach hinten los.
Manchmal plant man Ewigkeiten und es kommt nie zur Ausführung.

So ging es mir in letzter Zeit häufiger.

Plan war einen täglich Blog über das Abenteuer in Namibia und Botswana zu schreiben.
Was ist also schief gelaufen? Was soll ich sagen, es war die Technik!

Ich habe fleißig meine täglichen Berichte auf meinem Tablet geschrieben.
Und dann? Nach einiger Zeit ist mein Tablet abgestürzt und ALLE Berichte waren weg.
Ich habe noch zweimal versucht meine Berichte zu schreiben, aber als dann zum wiederholten Male die Stunden lange Arbeit weg war, habe ich aufgegeben.

Es sind da aber noch einige andere Pläne, die ich in meinem Kopf hatte, die auch nicht so liefen wie ich es gerne gehabt hätte.
Na klar, in jedem Leben kommen Menschen und gehen irgendwann wieder, manche bleiben, manche gehen, obwohl sie ruhig hätten länger bleiben können und manche bleiben, obwohl sie schon längst hätten gehen sollen.

Worauf ich hinaus will? Ich habe mein Leben (teilweise beabsichtigt, teilweise unbeabsichtigt) vollkommen umgekrempelt.

Hätte man mir Anfang Dezember gesagt, dass bald alles ganz anders aussieht ich hätte es niemals geglaubt.

Was hat sich geändert? Mein wundervoller Reisebegleiter der letzten Jahre und ich werden wohl nicht mehr zusammenreisen.
Sowas passiert nun mal. Aber dieser Schritt hat alles weitere beeinflusst.

Nachdem mir letztes Jahr das Buch „Frühstück mit Elefanten“ von Gesa Neitzel (unbedingt lesen!! Hier ist der Link) in die Hände gefallen ist, träume ich von einer Rangerausbildung in Südafrika.
Die Umsetzung war irgendwie nicht ganz einfach, wohin mit meinem liebsten Hund und was ist mit dem sicheren  Job ?

Nunja manchmal ergeben sich einfach Dinge …
Da bekomme ich auf einmal eine Whatsapp von einer meiner liebsten Personen mit den Worten
„ Mach die Rangerausbildung! Wir nehmen deinen Hund.“

Und dann fing mein Kopf an zu rattern.

8 Wochen später sitze ich hier:

Mein Hund ist von März bis Mai versorgt.
Meinen Job habe ich gekündigt.
Die Flüge sind gebucht.
Ich bin bereit für das Abenteuer!


Mit Ecotraining werde ich auf den Spuren von Gesa Neitzel im südafrikanischen Bush zum Ranger ausgebildet.
Und wenn alles gut läuft komme ich als Rangerin Anni zurück nach Deutschland!

Wer hätte es jemals gedacht J

Und Tadaaa das ist mein erstes Fachbuch :)


Ahoi und auf Bald aus dem Wohnzimmer


Donnerstag, 2. November 2017

Auf dem Weg...

Ich sitze endlich im Flugzeug nach Windhuk. Es ist Donnerstag, 3 Uhr morgens. Unser Flieger sollte schon vor 4 Stunden abheben, aber ich sitze erst seit einer Stunde hier.

Ich bin aufgeregt, k.o., müde und hungrig. Die Stewardessen haben mit dem Austeilen der nächtlichen Mahlzeit schon angefangen. Ich sitze aber fast ganz hinten, also wird es wohl noch dauern bis ich mich zwischen „Pasta“ und „Chicken“ entscheiden muss.

Der Flieger hat 3 Stunden Verspätung und obwohl das schon vor 12 Stunden klar war, mussten wir zu den normalen Zeiten einchecken.
Ich war noch ganz normal Arbeiten, habe meinen Hund zu meinen Eltern gebracht und mich dann im  Zug auf nach Köln gemacht.
Nach dem Check in hatten wir noch ganze 5 Stunden zu überbrücken. Wir suchten uns ein mehr oder weniger gemütliches Plätzchen und versuchten etwas zu dösen. Das hat natürlich nicht ganz hingehauen. Jetzt sitze ich endlich hier im Flieger, voller Vorfreude auf Namibia und Botswana.
Genauso freue ich mich auf eine warme Mahlzeit. Ich entscheide mich für Pasta und muss sagen, dass es gar nicht so schlecht ist.
Endlich gehen die Lichter aus und ich versuche eine bequeme, an Nils gekuschelte Position zu finden. Es ist kalt oder mir ist kalt. Ich decke mich mit meiner Jacke zu. Eine Frau hinter uns ist krank und hustet die ganze Zeit. Nicht das optimale Geräusch zum Einschlafen. Irgendwo weint ein Kind. Ich versuche mich mit meinem Hörbuch abzulenken und döse immer wieder leicht ein. So richtig bequem ist meine Position aber nicht.
Irgendwann wacht Nils auf und wir tauschen die Plätze. Ich sitze am Fenster und beobachte wie es langsam hell wird. Wir fliegen über die Weiten Angolas. Man sieht eine hügelige Landschaft durchzogen von ausgetrockneten Flussbetten.
Es sind noch circa zwei Stunden bis zur Landung und ich vertreibe mir die Zeit mit einer Comedyshow, die ich mir vorher über Netflix aufs Handy geladen habe und schaue mir immer wieder die Landschaft durch das Fenster an. Ich bin schon gespannt auf die riesige Etosha Salzpfanne und hoffe, dass man sie erkennt. Und ja, man erkennt sie ganz genau. Eine riesige kahle weiße Landschaft.  Ziemlich beeindruckend schon von oben, wie muss es dann sein wenn man direkt davor steht? Das werde ich in den nächsten Wochen wohl noch erfahren.
Es geht in den Landeanflug. Die Leewellen, die durch die hügelige Landschaft rund um den Flughafen entstehen, machen mir zu schaffen. Es ruckelt ziemlich heftig, es geht auf und ab, mir wird heiß und übel.
Ich entdecke einen Strauß der unter einem Baum Schatten sucht und lasse mich für einen Moment von ihm ablenken. Ich atme auf als wir endlich Boden unter den Füßen haben. Ich frage mich wo der Flughafen ist, denn ich sehe nur ein winziges Gebäude am Rande der Landebahn. Und ja, das ist tatsächlich der Flughafen. Es stehen nur vier weitere Flieger vor dem Gebäude. Wir steigen aus, es ist heiß, aber die afrikanische Luft riecht nach Abenteuer. Wir sind endlich hier.
Das Immigration Gebäude ist so klein, dass gar nicht alle Leute aus dem Flieger auf einmal hinein passen. Wir warten und warten und warten… Nach unendlich langsam vergehenden 90min sind wir endlich durch die Passkontrolle. Wir werden schon erwartet, denn ein Mitarbeiter unserer Mietwagenfirma holt uns ab und bringt uns nach Windhuk.
Den Flug haben wir überstanden, jetzt kann das Abenteuer losgehen.


Bis bald,
Anne




Montag, 23. Oktober 2017

Die Zeit verfliegt….

Eben waren es noch neun Wochen bis zum Abflug schon bin ich seit zwei Wochen wieder zu Hause.

Schreibtechnisch war ich auch nicht ganz untätig.

Meine „Insider“ Berichte für Praktikawelten sind teilweise schon online und können hier gelesen werden:


An allen weiteren Berichten arbeite ich natürlich auch fleißig.

Für einen visuellen Vorgeschmack sind hier zwei meiner Lieblingsbilder:


Ein wunderschöner Sonnenaufgang im Okavango Delta, Botswana

Ein junges Steppenzebra, mitten im Delta

Bis bald,
Anne