Mittwoch, 4. April 2018

Frischer Wind

Hört sich blöd an, aber auch hier im Camp kehrt der Alltag ein. Wir hängen 24/7 aufeinander, kaum eine Möglichkeit zu flüchten, dann wird auch noch das Wetter schlecht (ja hier regnet es auch, und wie!), der Druck alle Vorprüfungen zu bestehen steigt und unsere große Prüfung rückt auch immer näher. Die Leute werden genervt und grummelig und fangen an sich zu streiten. Ein Student ist ausgestiegen (69 Jahre), er schafft es aus physischen und psychischen Gründen nicht mehr. Der Regen macht (natürlich) alles nass, nichts trocknet und alles was man anzieht ist mindestens        klamm. Und dann verlässt uns auch noch Jasper, ein unglaublich toller Instructor mit dem das Vogelstimmenlernen unglaublich lustig und erfolgreich war :(

Zeit für Veränderung!
Zeit für frischen Wind!

Ein neuer Instructor ist im  Camp angekommen. Cobus, ein wettergegerberter Mann, ein Verrückter, ein Genie, ein Mann der für den Busch lebt.
Man merkt in der ersten Sekunde, dass er genau hier her gehört, er passt in keinen Großstadtdschungel und auch nicht in eine Kleinstadt, nicht mal in ein Dorf.

Es ist kaum zu beschreiben, wirklich. Er hat so eine große Leidenschaft für den Busch und das Wilde hier.

Er hat eine etwas eigene Art, aber sie ist unglaublich erfrischend und er hat so viel Verständnis für uns kleine Studenten, die noch ganz am Anfang stehen.

Ich hatte gestern meinen ersten Bushwalk mit ihm und es war mit Abstand der Beste, auch wenn wir kaum irgendetwas gesehen haben.
Wir haben am Abend zuvor Paviane in heller Aufruhr direkt hinter dem Camp gehört und haben uns dann gestern Abend auf den Weg dorthin gemacht um Detektiv zu spielen.
Tatort? Opfer? Tathergang?
Cobus führt uns in einem wahnsinnigen Tempo durch den Bush. Stoppt immer wieder kurz, checkt die Windrichtung, versucht einen Geruch zu detektieren (es richtig verdammt nochmal nach Totem Tier) und horcht immer wieder.
Nicht weit hinterm Camp kommen wir an den Ort des Geschehens, ab von den Wegen, mitten unter einem riesigen Baum und viel Gestrüpp.
Wir entdecken gleich einen ganzen Haufen Spuren, die Affen haben von oben überall "hingemacht", ein typisches Abwehrverhalten. Wir schauen auf den Boden und finden......

Mehr gibt es im nächsten Eintrag :)

Beste Grüße (noch) aus dem wunderschönen Karongwe Camp

Anni

Auf einen Kaffee mit Elefanten und Giraffen

Eine kurze Elefanten Geschichte :)
Es geht auf in den Norden des Karongwe Reservates.
Wir suchen Elefanten.
Bisher haben wir nur unseren Flippy ab und zu im Camp gesehen, aber noch keine Herde.
Es ist unglaublich wie schnell man eine gute Sichtung verpassen kann, die falsche Entscheidung an einer Kreuzung ist schnell gemacht.
Aber wir haben Glück und entdecken die kleine Herde.
Ein paar der Elefanten suchen und buddeln energisch nach den saftigen Wurzeln der Bäume.



Wir folgen den Elefanten eine kleine Weile bis sie der Sonne in einem kleinen Dickicht entfliehen. Wir machen dort eine kleine Kaffeepause und ich merke zum ersten Mal was der Titel "Frühstück mit Elefanten" von Gesa Neitzel bedeutet.
Ein unbeschreibliche Gefühl, Ehrfurcht von den sanften Riesen und pures Glücksgefühl.
Am nächsten Morgen haben wir eine ähnliche Begegnung bei unserer Kaffeepause mit drei Giraffen. Auch hier ist es einfach unbeschreiblich. Man kommt der Natur so nah und stört sie nicht.
Das schöne ist wenn die Tiere neugierig sind und gucke kommen was wir da grade so veranstalten.
Viele Grüße aus dem Busch
Anni

So viele Jungtiere

Regen, Regen, Regen
Manchmal nervt er.
Manchmal ist er angenehm.
Manchmal ist es im Regen verdammt lustig.

Er nervt, wenn einfach alles nass und kalt ist.
Er ist angenehm, wenn der Tag heiß war und der Regen eine frische Brise ins Camp bringt.
Er ist lustig, wenn man auf einem Gamedrive ist (Bedingung: es ist nicht zuuuu kalt) von oben bis unten Klitschnass ist und man trotzallem gute Laune und eine super Löwensichtung hat.

Habe ich Löwen gesagt?
Oh ja, und was für welche!

Wir wollten uns eigentlich morgens um 4 Uhr auf den Weg in den Norden machen, aber wegen des Regens verspätet sich unsere Abfahrt um ein Stündchen. Es ging also auf in den Game Viewer und das zunächst auch noch im Trocknen. Alle Tiere die wir sehen haben Jungtiere. Egal ob Zebras, Impalas, Waterbucks, Kudus, Nashörner oder Giraffen. Überall freuen wir uns über die kleineren Varianten der Tiere und heute gab es auch noch eine ganz besondere Überraschung.

Im Norden angekommen bekommen wir die Info, dass in der Nähe gleich ein ganzes Rudel Löwen gesichtet wurde. Wir machen uns auf den Weg dorthin und können schon weitem die Löwen auf einer offenen Fläche faulenzen sehen. Das Wetter wird leider wieder schlechter. Noch ist es trocken, aber der Regen wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Wir nähen uns dem Rudel. Ein stattliches Männchen achtet auf seine Frauen und Achtung auf seinen jungen Nachwuchs. Papalöwe liegt achtsam auf der offenen Fläche und beobachtet alles ganz genau. Vier ausgewachsene Weibchen und vier 2-3 Monate alte Löwen spielen mit einander. Zwei spielen wie Hunde mit herumliegenden Stöcken und ein junger Löwe spielt mit seiner Mutter oder Tante. Eine gigantische Löwin liegt vor uns auf der Straße und lässt uns nicht aus den Augen. Allerdings fängt es auf einmal an heftig zu regnen und das gefällt den großen Katzen gar nicht und sie verkriechen sich unter Bäumen. Wir lassen das kleine Rudel in Ruhe und versuchen Elefanten zu finden.

Leider vollkommen vergeblich und auf unseren Sitzen werden wir immer nasser.

Egal, denn wir hatten ein tolles Sighting und es ist nicht ganz so kalt.

:)

Wir kommen pitschenass wieder im Camp an und sind glücklich über die Löwen und ziemlich froh über die trockenen Klamotten die wir anziehen können.

Beste Grüße aus dem Bush

Anni

Frischer Wind

Hört sich blöd an, aber auch hier im Camp kehrt der Alltag ein. Wir hängen 24/7 aufeinander, kaum eine Möglichkeit zu flüchten, dann wird auch noch das Wetter schlecht (ja hier regnet es auch, und wie!), der Druck alle Vorprüfungen zu bestehen steigt und unsere große Prüfung rückt auch immer näher. Die Leute werden genervt und grummelig und fangen an sich zu streiten. Ein Student ist ausgestiegen (69 Jahre), er schafft es aus physischen und psychischen Gründen nicht mehr. Der Regen macht (natürlich) alles nass, nichts trocknet und alles was man anzieht ist mindestens        klamm. Und dann verlässt uns auch noch Jasper, ein unglaublich toller Instructor mit dem das Vogelstimmenlernen unglaublich lustig und erfolgreich war :(

Zeit für Veränderung!
Zeit für frischen Wind!

Ein neuer Instructor ist im  Camp angekommen. Cobus, ein wettergegerberter Mann, ein Verrückter, ein Genie, ein Mann der für den Busch lebt.
Man merkt in der ersten Sekunde, dass er genau hier her gehört, er passt in keinen Großstadtdschungel und auch nicht in eine Kleinstadt, nicht mal in ein Dorf.

Es ist kaum zu beschreiben, wirklich. Er hat so eine große Leidenschaft für den Busch und das Wilde hier.

Er hat eine etwas eigene Art, aber sie ist unglaublich erfrischend und er hat so viel Verständnis für uns kleine Studenten, die noch ganz am Anfang stehen.

Ich hatte gestern meinen ersten Bushwalk mit ihm und es war mit Abstand der Beste, auch wenn wir kaum irgendetwas gesehen haben.
Wir haben am Abend zuvor Paviane in heller Aufruhr direkt hinter dem Camp gehört und haben uns dann gestern Abend auf den Weg dorthin gemacht um Detektiv zu spielen.
Tatort? Opfer? Tathergang?
Cobus führt uns in einem wahnsinnigen Tempo durch den Bush. Stoppt immer wieder kurz, checkt die Windrichtung, versucht einen Geruch zu detektieren (es richtig verdammt nochmal nach Totem Tier) und horcht immer wieder.
Nicht weit hinterm Camp kommen wir an den Ort des Geschehens, ab von den Wegen, mitten unter einem riesigen Baum und viel Gestrüpp.
Wir entdecken gleich einen ganzen Haufen Spuren, die Affen haben von oben überall "hingemacht", ein typisches Abwehrverhalten. Wir schauen auf den Boden und finden......

Mehr gibt es im nächsten Eintrag :)

Beste Grüße (noch) aus dem wunderschönen Karongwe Camp

Anni

Freitag, 23. März 2018

Wenn das Herz für einen Moment stehen bleibt

Meine bisherigen Löwenbegegnungen in freier Wildbahn waren meist recht unspektakulär. Meistens lag ein einzelner Löwe in weiter Ferne irgendwo herum und faulenzte.

Gestern habe ich einen Löwenbegegnungen wie aus dem Buch gehabt. Aufregend, spannend, zugleich unglaublich traurig und makaber, einfach bittersüß.

Nachdem wir den Vormittag auf Grund von nicht enden wollendem Regen im Camp verbracht haben, geht es jetzt wieder raus. Es ist vier Uhr nachmittags. Carl ist Guide und alle wollen nach fast zwei Wochen endlich einen Löwen sehen. Wir fahren ziemlich weit raus, denn wir haben die Info bekommen, dass eine Löwin mit ihren 5 fast erwachsenen Jungen irgendwo hockt und speist.

Nach über einer Stunde Fahrt kommen wir dem Geschehen näher. Man sieht schon von weitem Geier die auf Ästen sitzen und wir wissen genau, dass wir jetzt gleich Löwen sehen werden.
Wir fahren weiter und entdecken sie endlich.
Mitten im Busch liegen vier vollgefressene Löwen und rollen sich von einer auf die nächste Seite und verdauen ihre Mahlzeit. Die anderen beiden hängen noch genüsslich über der kleinen Giraffe.
Am Fell erkennen wir, dass es eine Giraffe ist und an den noch sehr kleinen Knochen können wir abzeichnen, dass sie noch sehr jung gewesen sein muss. Wir sitzen da, sind begeistert von der Atmosphäre hören die Knochen knacken und die Löwen murmeln.
Aufeinmal nähert sich ein Tier, ein großes Tier. Es ist eine ausgewachsene weiblich Giraffe. Wir vermuten es ist die Mutter der grade verspeisten Giraffe, die nach ihrem Nachwuchs schauen will. Sie nähert sich vorsichtig aber gewissenhaft. Die Löwen bekommen das natürlich sofort mit und werden aufmerksam. Sie stehen auf und fixieren die Giraffe.
Es sieht aus als würde sie erkennen was mit ihrem Jungtiere passiert ist, schaut noch ein letztes Mal - herzergreifend - und lässt sich dann von den Löwen vertreiben. Sie galoppiert davon, während am Himmel vier Geier kreisen. Ein schaurig schöner Anblick.

Alle Löwen sind aus ihrem Fresskoma erwacht und fangen nun an sich um die letzten Stücke zu streiten. Nicht weit entfernt sitzen zwei Geier auf einem abgestorbenem Baum und beobachten das Ganze. Wir entfernen uns langsam von dem Szenario, aber ich frage mich ob für die Geier wohl noch etwas übrig geblieben ist.

Noch nicht genug von Löwen?
Es geht noch weiter.
Wir fahren zum sogenannten Croc dam um dort eine Pause zu machen (haben wir schon öfter gemacht, wunderschöner Damm in dem Krokodile und Hippos leben).
Wir müssen plötzlich stoppen, denn links auf der Straße liegt ein riesiger männlich Löwe. Er ist unglaublich groß und wir müssen an ihm vorbei. An eine Pause am Damm ist nicht mehr zu denken.
Dieses Tier ist beeindruckend groß und verdammt nah, sowie die anderen Löwen auch, trennen uns nur wenige Meter voneinander. Wir nähern uns dem Tier vorsichtig. Irgendwann steht er auf, wir bleiben sofort stehen und machen das Auto aus. Einen offenen Safari Wagen und ich sitze natürlich links vorne. Der Löwe kommt direkt auf uns zu. Fixiert mich mit seinem Blick, mein Herz bleibt einen Moment stehen und ich vergesse zu atmen. Er zieht langsam an mir vorbei. Wenn ich meine Hand ausstrecken würde könnte ich ihn berühren. Alle auf der linken Seite werden kurz fixiert und dann schlendert er gemütlich an uns vorbei.

Er hat kaum das Auto passiert, da fängt er laut an zu brüllen. Ich kann das Gefühl kaum beschreiben. Die Hippos im Wasser werden auch ungeduldig und fangen an Laute von sich zu geben.

Der Löwe schlendert brüllend in den Sonnenuntergang.
Ein unglaubliches Erlebnis.
Was für ein toller Game Drive. Mir gefriert jetzt noch das Blut wenn ich daran denke.

Bis ganz bald und den besten Grüßen aus dem Busch
Anni

Mittwoch, 21. März 2018

Dunkle Wolken

Es ziehen dunkle Wolken auf nicht nur am Himmel, sondern auch über dem Camp.
Es regnet und wir können nicht rausfahren. Die Abkühlung ist eigentlich ganz angenehm. Aber irgendwie ist die Stimmung im Camp gedrückt. Unsere erste Field Observation sollte heute Morgen anstehen, aber durch den Regen wird sie erstmal auf heute Nachmittag verschoben.
Wir gucken einen Film über den Sycamore Fig Tree, ein unglaublicher Baum. Ein Zuhause, Futter und Lebensraum für so viele verschiedene Tiere.
Es hört gegen Mittag auf zu regnen und wir müssen tatsächlich ran zu unserem ersten Test. Nach nur einer Woche werden wir schon 30 Dinge abgefragt die wir eigentlich können sollten. Dazu laufen wir durch den Busch und sobald unsere Instructoren etwas schönes finden wird es eingekreist, bekommt eine Nummer und wir müssen dazu Fragen beantworten.

Das Ergebnis ist frustrierend und ich weiß jetzt schon dass ich darauf mindestens ein Bier trinken werde.

Ich habe das Gefühl ich weiß gar nichts. Teilweise weil ich es noch nicht im Hirn abgespeichert habe und teilweise weil ich das was wir da wissen sollten noch nie gesehen habe.
Es ist so viel zu lernen. Und man weiß nie wo man anfangen soll.
Vor- und Nachbereitung der Drives und Walks, Bearbeitung des Workbooks, Ausfüllen des Logbuchs, Nachbereitung der Unterrichtsstunde und sich natürlich eigenständig ganz viel Wissen über die Tiere und Pflanzen hier aneignen. Da bleibt kaum Zeit für etwas anderes und so richtig bekomme ich das ganze noch nicht unter einen Hut. Wenn ich mir mal eine Stunde Pause gönne habe ich fast schon ein schlechtes Gewissen.

Endergebnis meiner Field Observation waren 16/30 Punkten. Wow. Ist das schlecht. Und es entmutigt ganz schön.
Ich habe ein bisschen mit den Backups gesprochen und die meinten ich soll mir mal nicht so einen Kopf machen bei ihnen war das genauso.

Abends am Lagerfeuer trinke ich ein bisschen mehr als die vorgegebenen 2-3 Drinks, aber so machen es die anderen auch.
Und es tut auch gut am Lagerfeuer zu sitzen, einfach mal zu quatschen und ein Bierchen zu zischen.

Der nächste Morgen kommt schneller als gehofft, aber einen Kater habe ich Gott sei Dank nicht.

Ich hoffe die nächste Field Observation wird besser.

Beste Grüße aus dem Busch
Anni

Freitag, 16. März 2018

Fortsetzung erster Game Drive

Wir standen also da vor den Rhinos, ich wusste rein gar nichts mehr. Naja nicht schlimm, ist ja das erste Mal.
Nach einiger Zeit wollen wir weiter und die große Challenge ist, an den Rhinos vorbei zu fahren ohne sie zu sehr zu erschrecken. Gar nicht so einfach. Ich versuche den Anweisung von Jasper zu folgen. Im Schneckentempo nähern wir uns den beiden Rhinos und sobald die noch entspannt liegende Kuh aufsteht, soll ich sofort den Motor ausmachen.
Ich bin so nervös, aber es klappt ganz gut und die beiden machen sich auf den Weg in den Bush sodass wir passieren können. Wir sehen noch einige interessante Vögel und sogar die kleinen Zwergmangusten, eine Gruppe Impalas kreuzen unseren Weg und wir sehen und tracken ein Gnu.
Ein Marulabaum mit vielen Früchten auf dem Boden steht am Wegesrand. Ganz aufgeregt halte ich an und biete meinen Gästen einen tollen kleinen Snack Die Marulafrucht ist wirklich lecker.
Wir machen eine Pause am Croc dam, das Fahren klappt bis zu diesem Zeitpunkt immer besser. Der ganze Drive dauert fast 3, 5 Stunden. Am Croc dam bin ich als Guide auch dafür verantwortlich meinen Gästen etwas zu Trinken und einen kleinen Snack anzubieten. Das Hosting an sich macht mir auch echt Spaß. Am Damm sehen wir große und kleine Krokodile und einen ganzen Haufen Hippos.
Wir machen uns auf den Rückweg und mitten auf dem Weg liegen nochmal zwei Rhinos. Diesmal zwei ausgewachsene Mädchen.
Wir beobachten sie und dann muss ich mich wieder im Schritttempo nähern, bis sie aufstehen, sofort den Motor aus und schauen was passiert.

Irgendwann kommen wir wieder am Camp an und ich bin völlig fertig.

Ich bekomme positive Feedback und ein bisschen konstruktive Kritik, bin aber allgemein sehr zufrieden mit mir.

Jetzt heißt es an allem Arbeiten vor allem an der Nervosität und am Wissen.

Beste Grüße aus dem Busch

Anni

Donnerstag, 15. März 2018

Alltag im Camp

Jetzt bin ich schon mehr als eine Woche im Camp und möchte ein bisschen über den Alltag erzählen :)
Wie stehen hier meist so gegen 5 Uhr morgens auf. Um 6 Uhr gibt es Kaffee und um 6:30 Uhr geht es auf zur ersten Aktivität des Tages -  Bushwalk oder Game drive
Wir fahren oder gehen raus und lernen alles über den Busch. Den Boden, die Gräser, die Bäume, die Tiere und wie alles miteinander zusammenhängt.
Bisher fällt mir Tracking und die Baumidentifikation am schwersten. Seit dem 4. Tag müssen wir auch schon unsere Guiding skills trainieren in dem wir die Walks oder Drives leiten.
Alles gar nicht so einfach und wie das alles in so kurzer Zeit in unseren Kopf soll weiß ich auch noch nicht.
Wir kommen zwischen halb zehn und halb elf wieder am Camp an und dann gibt es Frühstück. Unsere ganzen Stunden im Busch müssen wie in der Ausbildung in einem Logbuch dokumentiert werden. Nervig aber auch irgendwie ziemlich cool.
Nach dem Frühstück gibt es eine Unterrichtsstunde über beispielsweise Ökologie, Ökosysteme, Guidingoder Geologie. Danach heißt es lernen, lernen, lernen und das Workbook bearbeiten. Die Fragen müssen bis zum Ende der Zeit hier alle ausgefüllt sein.
Es gibt ein leichtes Mittagessen und dann geht es wieder in den Busch.
Wenn es dunkel wird werden auch die Sterne und die Orientierung in der Dunkelheit ein Thema.
Dann gibt es noch ein leckeres Abendessen und danach ist man entweder weiter fleißig und lernt oder sitzt am Lagerfeuer.
Die letzten Tage saß ich abends immer mit meiner Ukulele am Lagerfeuer und habe gespielt und die anderen fanden das auch gar nicht so scheiße :)

Es ist wirklich unglaublich toll hier, aber man muss auch echt viel tun.

Das schöne ist, dass man immer draußen ist und es kaum zu übertreffen ist wenn grade ein Nyala am "Unterrichtsraum" vorbei läuft oder wir hier Elefantenbesuch bekommen.

Bis bald mit besten Grüßen aus dem Busch
Anni

Leopard-Day!!!!!

Ich war schon so oft und so lange in Afrika und konnte nie meine Big 5 abhaken. Mir fehlte der Leopard auf meiner Liste. Und es ist nicht so, dass er nur auf der Liste fehlt sondern vorallem im Herzen.
Die wunderschönen, großen Katzen beeindrucken mich einfach. Am weitesten verbreitet in Afrika, aber doch selten gesehen.
Es geht morgens mit dem Auto zu einem Punkt im Reserve an dem wir unseren Bush Walk starten. Serena guided und ich bin beeindruckt, was sie nach so kurzer Zeit schon alles weiß und umsetzen kann.
Ich nerve übrigens schon alle Leute im Camp mit meinem Leoparden. Immer wenn nach Special interests gefragt wird sage ich Leopard.
Und bei diesem Walk sind wir ihm zumindest ein bisschen näher gekommen. Wir haben nämlich seine Tracks entdeckt und das fand ich mehr als super :)
Nach einer Weile sehen wir noch die Leoparden Schildkröte und ich fühle mich großartig, weil es auch schon so ein kleiner Leopardentag für mich ist.

Wir kommen zurück ins Camp, frühstücken und haben unsere Unterrichtsstunde in "Wie funktioniert unser Land Rover und was müssen wir alles kontrollieren und warum". Es ist der bisher heißeste Tag und uns läuft der Schweiß nur so runter, auch wenn wir einfach nur stehen oder sitzen.

Jasper und James bringen in der Zeit Müll weg und als sie wieder kommen sind alle ganz aufgeregt, denn James hat einen Leoparden entdeckt.

Alle werden eingesammelt und es geht in der puren Mittagshitze ohne Sonnenschutz oder Hut Richtung Leopard. Die Chancen dass er noch in seiner kühlen Kuhle liegt sind groß, denn auch dem Leoparden ist zu heiß.

Wir nähern uns der Stelle und tatsächlich liegt dort ein wunderschöner großer Leopard. Ich bin beeindruckt von seiner Schönheit und kann mein Glück kaum fassen.
Den Sonnenbrand riskiere ich dafür gerne.
Wir halten die Sonne aus solange wir können und bis jeder ein tolles Foto hat und lassen ihn dann wieder in Ruhe weiterschlafen.


Da es einfach viel zu heiß ist fällt der Nachmittagsdrive aus und wir machen stattdessen einen Night drive.

Zum night drive gehört ein Spotter. Das ist derjenige der vorne auf dem Stuhl sitzt und die Lampe zu entdecken der Tiere benutzt. Wir haben super viel Glück, denn ein Büffel steht direkt an der Straße und ist nur 2 Meter von uns entfernt. Er fühlt sich durch uns überhaupt nicht gestört und wir können ihn in Ruhe beobachten. Der Sitzt da vorne ist übrigens gar nicht so ohne. Die Straßen sind teilweise extrem ruckelig und einmal wäre ich fast vom Sitz gefallen. Typisch Anne.... Ich muss da noch ne sicherere Position finden.

Wir lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen und ich bringe zum ersten mal meine Ukulele zum Einsatz.

Was für ein perfekter Tag. Jetzt sitze ich hier oben auf dem Study Deck, kann mein Glück kaum fassen und genieße die Situation. Echsen krabbeln hier vorbei, Nyalas laufen einem über den Weg und ab und zu kommt Flippy der Camp Elefant vorbei.

Beste Grüße aus dem Busch

Anni

Fortsetzung erster Game Drive

Wir standen also da vor den Rhinos, ich wusste rein gar nichts mehr. Naja nicht schlimm, ist ja das erste Mal.
Nach einiger Zeit wollen wir weiter und die große Challenge ist, an den Rhinos vorbei zu fahren ohne sie zu sehr zu erschrecken. Gar nicht so einfach. Ich versuche den Anweisung von Jasper zu folgen. Im Schneckentempo nähern wir uns den beiden Rhinos und sobald die noch entspannt liegende Kuh aufsteht, soll ich sofort den Motor ausmachen.
Ich bin so nervös, aber es klappt ganz gut und die beiden machen sich auf den Weg in den Bush sodass wir passieren können. Wir sehen noch einige interessante Vögel und sogar die kleinen Zwergmangusten, eine Gruppe Impalas kreuzen unseren Weg und wir sehen und tracken ein Gnu.
Ein Marulabaum mit vielen Früchten auf dem Boden steht am Wegesrand. Ganz aufgeregt halte ich an und biete meinen Gästen einen tollen kleinen Snack Die Marulafrucht ist wirklich lecker.
Wir machen eine Pause am Croc dam, das Fahren klappt bis zu diesem Zeitpunkt immer besser. Der ganze Drive dauert fast 3, 5 Stunden. Am Croc dam bin ich als Guide auch dafür verantwortlich meinen Gästen etwas zu Trinken und einen kleinen Snack anzubieten. Das Hosting an sich macht mir auch echt Spaß. Am Damm sehen wir große und kleine Krokodile und einen ganzen Haufen Hippos.
Wir machen uns auf den Rückweg und mitten auf dem Weg liegen nochmal zwei Rhinos. Diesmal zwei ausgewachsene Mädchen.
Wir beobachten sie und dann muss ich mich wieder im Schritttempo nähern, bis sie aufstehen, sofort den Motor aus und schauen was passiert.

Irgendwann kommen wir wieder am Camp an und ich bin völlig fertig.

Ich bekomme positive Feedback und ein bisschen konstruktive Kritik, bin aber allgemein sehr zufrieden mit mir.

Jetzt heißt es an allem Arbeiten vor allem an der Nervosität und am Wissen.

Beste Grüße aus dem Busch

Anni