Montag, 5. März 2018

Vino Vino Vino

Statt Veni, Vedi, Vici ist unser Roma Motto Vino, Vino, Vino

Der gute Wein. In Rom kein teures Vergnügen und um sich das Wetter schön zu trinken genau das richtige.

Früh morgens ging es zu einem Vintage Markt, ein Tipp von unserem Guide der Walking Free Tour. Erst waren wir ein wenig skeptisch, aber dann haben wir dort tatsächlich ein paar tolle Schätze gefunden. Mehr kann ich dazu leider nicht verraten, weil das ein oder andere ein Geschenk ist.

Ans unserem letzten Tag folgen wir den Tipps aus dem Internet.
Wir kaufen unser Ticket für das Kolosseum, Palatin und Forum Romanum im Internet. Wir holen unser Ticket aber nicht am Schalter am Kolosseum (eeeewwwiiggg lange Schlange), sondern am Palatin. Da war nur eine handvoll Menschen und wir konnten ganz schnell den Spuren der alten Römer folgen. Das Gefühl dort durch und an den alten Mauern vorbei zugehen ist einfach überwältigend. Hier waren wirklich vor 2000 Jahren die alten Römer, wie in meinem alten Lateinbuch und auch ein bisschen wie bei Asterix.

Wir begutachten das Forum Romanum von oben und es ist einfach unbeschreiblich. Das sollte man wirklich mal gesehen haben.
Und wenn man sich vorstellt, dass wir easy peasy in 2 Stunden von Köln nach Rom fliegen und die alles zu Fuß gelaufen sind, ist man nur noch überwältigter.

Wir schlendern am späten Nachmittag nochmal am Kolosseum vorbei um zu schauen wie lang die Schlange ist. Und was ist? Keiner da! Also auf ins Kolosseum. Drinnen war es dann natürlich nicht leer und auch das Wetter wollte nicht mehr so richtig mitspielen.
Das Kolosseum hat mich von allen Dingen hier in Rom am meisten begeistert. Es ist gigantisch, überwältigend, einfach unglaublich welches Werk hier vor 2000 Jahren gebaut wurde. Es ist fast unvorstellbar, dass hier wirklich und ganz in echt Menschen gegeneinander oder gegen Tiere gekämpft haben und tausende haben bei diesem Blutvergießen zugesehen und es gefeiert.

Der Regen wird immer stärker und unser Hunger immer größer, also gehen wir quasi um die Ecke essen. Das Restaurant hat eine super Bewertung und das wollen wir mal testen.
Und was soll ich sagen, es war wirklich das beste Essen in Rom (http://lirioni.it/). Wir hatten Bruschetta, Pizza und sogar dreierlei Nachtisch! Mmmhhh lecker. Dazu noch ein Mosow Mule und der Abend ist perfekt.

Noch einmal am Kolosseum vorbei, noch schnell ein Eis gegessen und dann ab ins Bett.



Der nächste Tag war dann wieder eine Katastrophe. Wir wachten auf. Lena öffnete das Fenster und sagte sowas wie : Oh, oh, oh Anne guck mal.... Es schneit....
Das erste mal seit 6 Jahren liegt Schnee in Rom!

Ende vom Lied war eine schwierige Anreise zum Flughafen, bibbern dass unser Flug  nicht zu den 80% gecancelten Flügen gehört und in Mitten von Hunderten Menschen warten, warten, warten.

Wir hatten Glück, dass unser Flieger ging und wir nur ein paar Stunden Verspätung hatten. Hauptsache es ging irgendwann nach Hause.

Tja das war unser Kurztrip nach Rom mit einigen Höhen, aber auch genug Tiefen.

Aber mit meiner besten und liebsten Reisebegleitung kann es gar nicht scheiße werden.

Lena Liebe Liebe Liebe !!!

Bis bald
Anni

Donnerstag, 1. März 2018

Papa Francesco

Vielleicht wird es ja besser, wenn wir bei Papa Francesco waren

Früh morgens geht es auf in die Metro und wir fahren in den Vatikan. 
Schließlich sollten wir mal beim Papst vorbei schauen, wenn man schon mal in der Nähe ist.
Und tatsächlich scheint allein der Vorsatz zu helfen.

Das Wetter ist ein bisschen besser, es regnet erstmal nicht oder nur ein kleines bisschen. 
Der Vatikan ist beeindruckend klein. Der Petersdom ist gigantisch und wir werden ihn noch das ein oder andere Mal von verschiedenen Punkten Roms zu Gesicht bekommen. 
Die Schlange um hinein zugekommen ist trotz Februar und schlechtem Wetter ziemlich lang und wir entscheiden uns nicht hineinzugehen sondern schlendern einfach ein bisschen durch die Gegend. 
Ja wir sind Banausen und wir sind auch knapp bei Kasse. 
Viele Gebäude sehen toll aus, aber richtig zu- oder einordnen können wir nur wenige. Wir schlendern durch Rom, kommen durch Nicht-Touristen Gebiete in denen es uns gleich viel besser gefällt.
Wir landen in einer italienischen Bäckerei mit lauter Leckereien und teilen uns ein Napolitan oder so ähnlich. Ein Gebäck mit Schoko-Nuss-Füllung. Lecker. Wir laufen über einen Markt. Entdecken Obst und Gemüse, welches wir noch nie zuvor gesehen haben und probieren an einem Stand eine Paste. Eine Trüffelpaste. Ihh. Ihh. Ihh. 
Wir beide finden das so eklig und müssen den Geschmack erstmal mit Fishermans Friends verjagen so gut es geht. 
Und nein eins reicht da absolut nicht aus!.
Wir spazieren durch die kleinen Gassen und kommen am Piazza Navona aus und teilen uns ein Schokoladeneis. 
Mmmhhhh das ist wirklich richtig lecker. 
Wir spazieren weiter zum Pantheon und schon von weitem hören wir laute unglaublich schöne Musik.
Ein Musiker mit Cello erfüllt den ganzen Platz vor dem Pantheon und der Moment ist einfach magisch!


Weil ich immer noch nicht ganz fit bin, befinden wir uns am frühen Nachmittag zurück in unserem Zimmer. Wir machen eine kleine Pause, denn um fünf haben wir noch eine Free Walking Tour gebucht. 
Zwei Stunden vorher geht es auf zum Kolosseum, da wir dort in der Nähe auf Empfehlung eine Pizza essen wollen. 
Die Pizza ist ganz lecker genau wie der Wein und das Klo ist mal wieder ein bisschen schmutzig wie so vieles hier.
Um kurz vor fünf sind wir am Piazza Repubblica und es fängt wieder schlimmer an zurechnen. 
Dort ist die Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in der Michelangelo sich überall verewigt hat.
Das Ganze können wir ohne lange Warteschlangen und teuren Eintrittspreis genießen.

Unser Guide ist eine Frau. Eine holländische Künstlerin die seit zwei Jahren in Rom lebt. Die Führung mit ihr ist toll. Sie erzählt wundervoll, eine richtige Geschichtenerzählerin. Es wird langsam dunkel und die beleuchteten Gebäude unter anderem auch der Petersdom aus der Ferne sehen fast noch beeindruckender aus.

Die Führung  dauert fast 2 Stunden und endet an der spanischen Treppe.
Wir bekommen noch Tipps zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, Museen, Restaurants und Cafes. Wir haben einiges über Rom erfahren und ich werde wahrscheinlich nie wieder vergessen, dass Bernini das römische Stadtbild maßgeblich geprägt hat.

Unser Abend endet wieder im Druids Den unserem Irish Pub um die Ecke.

Beste Grüße aus dem verregneten Rom!







Dienstag, 27. Februar 2018

Auf zu den Römern!


Bella Italia? Nicht für mich Principessa nicht für mich.... 


Italien mag mich einfach nicht. Es mochte mich noch nie und auch mein jetziger Kurztrip nach Rom zeigt mir erneut, dass Italien und ich keine guten Freunde mehr werden.

Es geht früh los. Um 3 Uhr morgen an einem Freitag im Februar klingelt der Wecker.
Meine Schwester und ich schliefen in ihrer schnuckeligen Wohnung in Bonn um dann früh morgens relativ zügig zum Köln Bonner Flughafen zu gelangen.
Ryanair ist die Fluggesellschaft der Wahl, da der Preis einfach unschlagbar war. Ich bin nicht sicher ob Wir überhaupt 70 Euro pro Person für Hin und Rückflug gezahlt haben.
Am Flughafen verläuft alles unkompliziert.
Kaum fünf Minuten im Flieger fallen uns schon die Augen zu und wir dösen mehr oder weniger bis wir in Rom landeten.

Es ist schönstes Winterwetter in Deutschland, strahlende Sonne, aber eisig kalt.
In Rom erwarteten uns etwas höhere Temperaturen, dafür Regen ohne Ende
Vom Flughafen Ciampino kommt man unkompliziert für wenige Euros mit Bus und Bahn zum Bahnhof Termini in der Innenstadt.
Der Regen tröpfelt uns zunächst nur ein bisschen auf die Köpfe.

Da wir erst gegen 14 Uhr in unsere Unterkunft können, machen wir uns auf die Stadt ein bisschen zu entdecken.
Das Gefühl auf den Spuren der alten Römer zu sein ist unglaublich, wenn man das Ganze nur aus seinen Geschichtsbüchern, Lateinunterlagen oder Asterix Comics kennt.
Man könnte meinen im Februar an einem Freitag bei immer stärker werdendem Regen kann es nicht so voll sein. Weit gefehlt!
Es war unglaublich voll und die Massen an Menschen, die nicht mit ihren Regenschirm umgehen können machen das ganze auch noch sowas wie gefährlich.
Unsere erste Station ist der Trevi Brunnen. Wenn man es geschafft hat sich durch die rücksichtslosen und unfreundlichen Massen an Touristen zu schlagen ist der Blick auf den Brunnen wirklich bezaubernd.
Aber ich muss sagen dieser hektische Massentourismus ist einfach nicht mein Ding. Ich liebe das Gewusel auf beispielsweise marokkanischen Märkten, aber diese vielen hektischen Menschen, die nur von Sensation zu Sensation eilen gehen mir doch gehörig auf den Sack.

In irgendeiner Seitenstraße suchen wir uns ein kleines Café.
Wir trinken Tee und Kaffee und teilen uns ein Tiramisu mit Eierlikör für stolze 7 Euro. Lecker war es trotzdem.
Leider scheint es hier überall ein bisschen dreckig zu sein. Es liegt verdammt viel Müll rum und auch in dem Café könnte ich nicht sagen, dass Sauberkeit das oberste Gebot war. Als meine Schwester von der Toilette kam sagt sie nur : ,,Das Klo ist wie deine Tasse, ein bisschen dreckig."
Mmmhhhh lecker.
Wir stolperte durch einige imposante Kirchen, an kuriosen Touristengeschäften vorbei bis zum Pantheon. Immerhin kann ich bei dem ganzen Regen positiv vermerken, dass es sehr hübsch aussieht wenn Regen durch das Pantheon fällt. Die ein oder anderen Inder oder Marokkaner oder was auch immer versuchen uns an jeder Ecke Regenponchos oder Schirme anzudrehen und irgendwann wurde der Regen so schlimm, dass wir uns in blaue und orangene Ponchos geschmissen haben. Unsere Füße waren zu dem Zeitpunkt auch schon mehr als pitschenass.
Wir machen uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in der Hoffnung auf eine warme Heizung um unsere Sachen zu trocknen und eine heiße Dusche zum aufwärmen.
Auf dem Weg dorthin beeindruckt uns noch das Collosum und das Forum Romanum.
Das wollen wir uns aber zu einem späteren Zeitpunkt genauer anschauen.

Tja kommen wir nun zur Unterkunft.... Wenn ich was gutes sagen soll, das Bett ist sehr groß und im Flur gibt es nen coolen altmodischen Aufzug, sonst fällt mir da leider nicht so viel ein.
Unser Zimmer mit geteiltem Bad ist eiskalt. Auch das Bad ist eisig. Die Heizung funktioniert nicht. Es gibt keine Handtücher und derjenige der es verwaltet kann nicht mehr als drei Wörter englisch. Das Zimmer ist direkt an der Straße es ist laut und auch allgemein ist alles sehr hellhörig.
Es gibt auch keine Handtücher, heißt Lena und ich teilen uns die nächsten Tage mein kleines Handtuch. Im Bad ist überall Schimmel und das Bett quietscht und knarrt bei der kleinsten Bewegung. Bei besserem Wetter wäre das sicher alles nur halb schlimm, aber nass und durchgefroren ist das wirklich nicht der richtige Ort.
Wir machen eine Verschnaufpause und überlegen wie es weitergehen soll.
Wir fahren mit der Metro ein paar Stationen zum nächsten Deichmann und kaufen uns dicke warme Socken und ein paar wasserdichte Stiefel. Wir ziehen sie direkt im Laden an und freuen uns wie sonst was über warme trockene Füße.

Kommen zu dem bisher schönsten in Italien:
Direkt um die Ecke unserer Unterkunft gibt es nicht sonderlich Italienisch einen ganz wunderbaren kleinen Irish Pub. Es gibt einen Klavierspieler, nette Gesellschaft und wir leckeren Cider. Wir lachen über unseren furchtbaren Start in Rom und quasseln die nächsten Stunden als hätten wir uns Ewig nicht gesehen.
Wir fallen irgendwann müde in unser Bett und hoffen, dass wir am nächsten Tag ein bisschen mehr Glück mit allem haben.

Ahoi und bis bald aus Rom!






Mittwoch, 31. Januar 2018

Zukunftsmusik

Ich bin eine Planerin.

Ich schmiede Pläne, arbeite sie aus, bringe sie auf Papier, ändere sie wieder und wieder und passe sie an.
Irgendwann steht ein Plan und im besten Fall wird er optimal ausgeführt. Ich lasse auch häufig Platz in meinen Plänen für Unerwartetes. Also ist sogar das geplant.
Nicht immer funktionieren Pläne.
Manchmal funktionieren sie einfach nicht oder gehen sogar völlig nach hinten los.
Manchmal plant man Ewigkeiten und es kommt nie zur Ausführung.

So ging es mir in letzter Zeit häufiger.

Plan war einen täglich Blog über das Abenteuer in Namibia und Botswana zu schreiben.
Was ist also schief gelaufen? Was soll ich sagen, es war die Technik!

Ich habe fleißig meine täglichen Berichte auf meinem Tablet geschrieben.
Und dann? Nach einiger Zeit ist mein Tablet abgestürzt und ALLE Berichte waren weg.
Ich habe noch zweimal versucht meine Berichte zu schreiben, aber als dann zum wiederholten Male die Stunden lange Arbeit weg war, habe ich aufgegeben.

Es sind da aber noch einige andere Pläne, die ich in meinem Kopf hatte, die auch nicht so liefen wie ich es gerne gehabt hätte.
Na klar, in jedem Leben kommen Menschen und gehen irgendwann wieder, manche bleiben, manche gehen, obwohl sie ruhig hätten länger bleiben können und manche bleiben, obwohl sie schon längst hätten gehen sollen.

Worauf ich hinaus will? Ich habe mein Leben (teilweise beabsichtigt, teilweise unbeabsichtigt) vollkommen umgekrempelt.

Hätte man mir Anfang Dezember gesagt, dass bald alles ganz anders aussieht ich hätte es niemals geglaubt.

Was hat sich geändert? Mein wundervoller Reisebegleiter der letzten Jahre und ich werden wohl nicht mehr zusammenreisen.
Sowas passiert nun mal. Aber dieser Schritt hat alles weitere beeinflusst.

Nachdem mir letztes Jahr das Buch „Frühstück mit Elefanten“ von Gesa Neitzel (unbedingt lesen!! Hier ist der Link) in die Hände gefallen ist, träume ich von einer Rangerausbildung in Südafrika.
Die Umsetzung war irgendwie nicht ganz einfach, wohin mit meinem liebsten Hund und was ist mit dem sicheren  Job ?

Nunja manchmal ergeben sich einfach Dinge …
Da bekomme ich auf einmal eine Whatsapp von einer meiner liebsten Personen mit den Worten
„ Mach die Rangerausbildung! Wir nehmen deinen Hund.“

Und dann fing mein Kopf an zu rattern.

8 Wochen später sitze ich hier:

Mein Hund ist von März bis Mai versorgt.
Meinen Job habe ich gekündigt.
Die Flüge sind gebucht.
Ich bin bereit für das Abenteuer!


Mit Ecotraining werde ich auf den Spuren von Gesa Neitzel im südafrikanischen Bush zum Ranger ausgebildet.
Und wenn alles gut läuft komme ich als Rangerin Anni zurück nach Deutschland!

Wer hätte es jemals gedacht J

Und Tadaaa das ist mein erstes Fachbuch :)


Ahoi und auf Bald aus dem Wohnzimmer


Donnerstag, 2. November 2017

Auf dem Weg...

Ich sitze endlich im Flugzeug nach Windhuk. Es ist Donnerstag, 3 Uhr morgens. Unser Flieger sollte schon vor 4 Stunden abheben, aber ich sitze erst seit einer Stunde hier.

Ich bin aufgeregt, k.o., müde und hungrig. Die Stewardessen haben mit dem Austeilen der nächtlichen Mahlzeit schon angefangen. Ich sitze aber fast ganz hinten, also wird es wohl noch dauern bis ich mich zwischen „Pasta“ und „Chicken“ entscheiden muss.

Der Flieger hat 3 Stunden Verspätung und obwohl das schon vor 12 Stunden klar war, mussten wir zu den normalen Zeiten einchecken.
Ich war noch ganz normal Arbeiten, habe meinen Hund zu meinen Eltern gebracht und mich dann im  Zug auf nach Köln gemacht.
Nach dem Check in hatten wir noch ganze 5 Stunden zu überbrücken. Wir suchten uns ein mehr oder weniger gemütliches Plätzchen und versuchten etwas zu dösen. Das hat natürlich nicht ganz hingehauen. Jetzt sitze ich endlich hier im Flieger, voller Vorfreude auf Namibia und Botswana.
Genauso freue ich mich auf eine warme Mahlzeit. Ich entscheide mich für Pasta und muss sagen, dass es gar nicht so schlecht ist.
Endlich gehen die Lichter aus und ich versuche eine bequeme, an Nils gekuschelte Position zu finden. Es ist kalt oder mir ist kalt. Ich decke mich mit meiner Jacke zu. Eine Frau hinter uns ist krank und hustet die ganze Zeit. Nicht das optimale Geräusch zum Einschlafen. Irgendwo weint ein Kind. Ich versuche mich mit meinem Hörbuch abzulenken und döse immer wieder leicht ein. So richtig bequem ist meine Position aber nicht.
Irgendwann wacht Nils auf und wir tauschen die Plätze. Ich sitze am Fenster und beobachte wie es langsam hell wird. Wir fliegen über die Weiten Angolas. Man sieht eine hügelige Landschaft durchzogen von ausgetrockneten Flussbetten.
Es sind noch circa zwei Stunden bis zur Landung und ich vertreibe mir die Zeit mit einer Comedyshow, die ich mir vorher über Netflix aufs Handy geladen habe und schaue mir immer wieder die Landschaft durch das Fenster an. Ich bin schon gespannt auf die riesige Etosha Salzpfanne und hoffe, dass man sie erkennt. Und ja, man erkennt sie ganz genau. Eine riesige kahle weiße Landschaft.  Ziemlich beeindruckend schon von oben, wie muss es dann sein wenn man direkt davor steht? Das werde ich in den nächsten Wochen wohl noch erfahren.
Es geht in den Landeanflug. Die Leewellen, die durch die hügelige Landschaft rund um den Flughafen entstehen, machen mir zu schaffen. Es ruckelt ziemlich heftig, es geht auf und ab, mir wird heiß und übel.
Ich entdecke einen Strauß der unter einem Baum Schatten sucht und lasse mich für einen Moment von ihm ablenken. Ich atme auf als wir endlich Boden unter den Füßen haben. Ich frage mich wo der Flughafen ist, denn ich sehe nur ein winziges Gebäude am Rande der Landebahn. Und ja, das ist tatsächlich der Flughafen. Es stehen nur vier weitere Flieger vor dem Gebäude. Wir steigen aus, es ist heiß, aber die afrikanische Luft riecht nach Abenteuer. Wir sind endlich hier.
Das Immigration Gebäude ist so klein, dass gar nicht alle Leute aus dem Flieger auf einmal hinein passen. Wir warten und warten und warten… Nach unendlich langsam vergehenden 90min sind wir endlich durch die Passkontrolle. Wir werden schon erwartet, denn ein Mitarbeiter unserer Mietwagenfirma holt uns ab und bringt uns nach Windhuk.
Den Flug haben wir überstanden, jetzt kann das Abenteuer losgehen.


Bis bald,
Anne




Montag, 23. Oktober 2017

Die Zeit verfliegt….

Eben waren es noch neun Wochen bis zum Abflug schon bin ich seit zwei Wochen wieder zu Hause.

Schreibtechnisch war ich auch nicht ganz untätig.

Meine „Insider“ Berichte für Praktikawelten sind teilweise schon online und können hier gelesen werden:


An allen weiteren Berichten arbeite ich natürlich auch fleißig.

Für einen visuellen Vorgeschmack sind hier zwei meiner Lieblingsbilder:


Ein wunderschöner Sonnenaufgang im Okavango Delta, Botswana

Ein junges Steppenzebra, mitten im Delta

Bis bald,
Anne

Dienstag, 5. September 2017

Abenteuer Afrika - Namibia und Botswana - Teil 1 noch eine Woche bis zum Abflug

Zurück zum ersten Bericht

Ahoi (noch!) aus dem Wohnzimmer !

Bald geht unsere große Reise los. Es ist nur noch eine Woche bis zum Abflug.
Ich bin schon ziemlich aufgeregt und habe in den letzten Tagen nochmal einige Reiseberichte gelesen und in den Reisführern gestöbert.

Ich habe ein paar Infos zusammen gesucht über Allrad fahren im Tiefsand, über das Verhalten bei diversen Tierbegegnungen und Rezepte die man Mitten im Nichts in Botswana in unserem Gusseisernentopf über dem Feuer kochen kann.

Ich bin bei Praktikawelten "Insider" bei dieser Reise. Das bedeutet ich berichte offiziell für Praktikawelten von meinen Erlebnissen im südlichen Afrika.

Mein erster Vorbericht ist sogar schon veröffentlicht.

Schaut mal hier:

Insider Namibia







In ein paar Tagen heißt es endlich Sachen packen und los!

Ich kann es kaum noch abwarten.
 


Donnerstag, 10. August 2017

Meine Tipps für euren Marokko Urlaub

Ich war 10 Tage mit dem Mietwagen durch Marokko unterwegs. Dabei habe ich viel gesehen und erlebt.


Vielleicht ist der ein oder andere von euch auch auf den Geschmack gekommen und möchte nach Marokko reisen oder ihr sucht für euren bereits geplanten Urlaub noch ein paar Tipps.

Hier sind meine Highlights und Tipps:

1. Lasst eure Koffer zu Hause und packt stattdessen eure Rucksäcke. Die Medinas sind enge, volle Gassen, da ist ein Koffer nur störend und nervig zu schleppen.

2. Übernachtet in kleinen Riads inmitten der Medinas der Städte. Die Dachterrassen sind ein Traum, das Personal ist unglaublich freundlich und das Gefühl mitten im Geschehen zu sein fantastisch. Außerdem kostet eine Übernachtung oft nicht mehr als 15-20 Euro (für 2 Personen!)

3. Nehmt euch viel Zeit für Marrakesch. Ich war 3 Tage dort und hätte problemlos weitere 3 Tage füllen können. Man kann allein auf dem Suk Tage verbringen und dann gibt es da noch die vielen Gärten oder Ausflüge mit dem Quad oder Kamel.


4. Falls es euch nach Rabat/Salé verschlägt kann ich euch nur wärmstens das Riad The Repose empfehlen. Ein absolutes Muss ist das 5 Gänge Menü auf der Dachterrasse.

5. Kamelreiten, auch wenn einem danach der Po weh tut, sollte auf jeden Fall auf eurer Liste stehen. Schöner als in den Palmenhainen in Marrakesch ist es da wohl in der Erg Chebbi mit einer Übernachtung in der Wüste.

6. Die Todesschlucht Todhra in Tinghir. Was für eine Landschaft! Eine wunderschöne Schlucht direkt an einer Oase.

7. Macht eine Rundreise mit Mietwagen auf eigene Faust. Es ist sicher, günstig und ihr seid super flexibel.


Falls ihr mehr Fragen habt, schreibt mir eine Mail oder hinterlasst einen Kommentar :) !

Montag, 24. Juli 2017

Marokko - eine Abenteuerrundreise mit dem Mietwagen - Teil 3 - Die Wasserfälle von Ouzoud und das wundervolle Marrakesch

Zurück zu Teil 2

Tag 6:
Eigentlich gar keine so spektakuläre Fahrt mehr, nachdem wir ein paar Tage zuvor so lange unterwegs waren. Unser erstes Ziel war die Pon de naturelle in Imi’m’ifti circa eine Stunde Fahrt von unserem eigentlichen Ziel entfernt. Bis dahin war es aber noch ein gutes Stück Fahrt über die schlechten Pisten des Atlasgebirges. Auf dem Weg trafen wir auf Franzosen die Mitten im Atlas eine Reifenpanne hatten. Ich bin sehr dankbar darüber, dass wir davon verschont geblieben sind. Ab und zu trifft man auf kleine Dörfer und man fragt sich wie zum Teufel man dort leben kann. Das waren auch einige der wenigen Orte an denen man mal keine Satellitenschüssel fand. Ansonsten scheint es so, dass egal wie arm man ist, Satellitenschüssel und Fernseher hat man trotdzem. Auf dieser Strecke kam uns auch Ewigkeiten kein Auto entgegen und wenn doch wurde es auf der Strasse ganz schön eng und es gab die ein oder andere Schrecksekunde. Ansonsten sieht man hier viele alte deutsche Krankenwagen auch einen der DLRG haben wir entdeckt. An der Naturfelsbrücke angekommen badeten wir unsere Füße im kalten Wasser des Flusses und genossen die Aussicht. Auch hier kaum ein Touri. Die Wanderung durch die Brücke war zwar sehr schön aber weder besonders lang noch sonderlich spektakulär.
Später in Ouzoud checkten wir in dem absolut unschönsten Hotel mit dem wohl größten Potential ein. Viel Platz, alles umgrünt, aber extrem runtergekommen. Dort aßen wir zu Abend. Das wohl witzigste Omelett de Fomage aller Zeiten. Es war einfach ein gebratenes Ei und darauf waren lieblos ein paar Stücke Schmelzkäse verteilt. Wenigstens hat uns dieses Abendessen auch nicht so viel gekostet. Wir haben zu unserem Essen jeweils eine Cola bestellt, bis wir die hatten war das Omelett aber schon längst aufgegessen. Ein Junge musste erst loslaufen und irgendwo in der Umgebung besagte Coladosen kaufen, dann verweilten sie kurz im Tiefkühlfach damit wir sie nicht pipiwarm trinken mussten. Wenigstens ist der zum Hotel gehörende Hund süß. Aber der Umgang der hier mit Tieren gepflegt wird ist nicht so schön anzusehen.
Hier ergab sich im übrigen mal ein ganz neues Duschproblem, denn das Wasser wollte einfach nicht ablaufen.

Tag 7:
Auch das Frühstück in diesem Hotel war nicht wirklich das Beste. Statt Butter gab es Olivenöl und Orangensaft gab es auch nicht. Dafür machte es sich eine Katze auf meinem Rucksack bequem und als ich anfing sie zu streicheln rollte sie sich gleich auf den Rücken und fing an zu schnurren. Dann machten wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Wasserfall. Der war schneller gefunden als erwartet und es warteten schon eine Menge Guides die uns gerne führen würden. Aber außer uns auch wieder kein Tourist zu sehen. Wir standen oben am Wasserfall und konnten die 100m ganze ohne Absperrung oder Sicherung hinunter sehen.

Das war etwas gruselig, aber auch sehr beeindruckend. Wir machten uns auf dem Wasser flussabwärts zu folgen. Die ersten paar 100m am Fluss entlang waren voll mit zur Zeit geschlossenen Cafes und Campingplätzen. Wie bereits erwähnt touristisch gesehen nichts los, aber für uns genau das Richtige. Auf unserer 6 stündigen Wanderung begegnete uns kein einziger Tourist. Nur ab und zu tauchte scheinbar aus dem nichts ein Guide auf der uns führen wollte und es ist wirklich gar nichts so einfach sie loszuwerden. Sie sind auch recht schnell beleidigt wenn man die Angebote ablehnt, aber wir gehen nun mal lieber selbst auf Entdeckungstour. Nach einiger Zeit teilte sich der Weg und wir entschieden uns dem Weg weiter oben zu folgen der nicht direkt am Fluss entlang lief. Der Weg war zwar für unser eigentliches Ziel nicht der richtige und wir mussten nach einiger Zeit umdrehen, dafür aber sahen wir einige Berberäffchen in freier Natur.
Wir wurden erst durch ihre Rufe auf sie aufmerksam und Nils entdeckte sie als Erstes. Zurück auf unserem eigentlichen Weg kletterten wir irgendwann ziemlich steile Felsen hinauf und aßen mit einem tollen Ausblick eine der besten Galia Melonen die ich je probiert hatte. Wir überquerten irgendwann den Fluß über eine aus Holzstücken und Sandsäcken improvisierte Brücke und versuchten einen Weg auf der anderen Seite des Flußes zurück zum Wasserfall zu finden.
Leider sind wir gleich an zwei Stellen gescheitert. Nichts desto trotz waren die Wege aufregend, herausfordernd und cool. An einer Stelle versuchten wir erneut den Fluß zu überqueren, diesmal allerdings ohne Brücken sondern nur über Steine. Dazu muss man sagen, dass das ein durchaus reißender Fluß war. Wir kamen relativ nah ans andere Ufer über die Steine, aber die letzten zwei drei Meter waren einfach zu gefährlich, sodass wir umkehren mussten und den Weg den wir gekommen waren zurück nahmen. Wir wollten auch zeitig am Auto sein, da wir nur äußerst ungern im dunklen Auto fahren wollten. Wir wollten schließlich noch in Marrakesch ankommen heute. Habe ich eigentlich schon erwähnt dass ich mich tierisch auf die Schnüss gelegt habe? Nein nicht beim klettern oder ähnlichem, nein einfach beim gradeausgehen hats mich hingehauen. Natürlich auf den einzigen spitzen Stein der weit und breit zu sehen war. Hose kaputt und Knie blutig. Später beim Klettern bin ich nochmal mit meinem Popo an einer Kante hängen geblieben und hab mir da die Hose aufgerissen. Gott sei Dank hatte ich ein langes T Shirt an.

Auf dem Weg nach Marrkesch hatten wir auch noch ein Puls in die Höhe treibendes Ereignis. Wir fuhren zu schnell (wie gesagt die Verkehrsregeln sind nicht immer ganz eindeutig) und wurden von marrokanischen Polizisten aus dem Verkehr gezogen. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Wir waren sehr freundlich und auch die Polizisten waren sehr nett. Sie kassierten 300 Dirham. Für uns völlig in Ordnung, aber sie ließen uns noch nicht fahren. Bis wir auf einmal auf das gestern laufende Fußballspiel von Bayern München angesprochen wurden. Die Polizisten lachten und gaben uns das Geld zurück und fragten uns ob wir jetzt glücklich sind. Erleichtert so glimpflich aus dieser Situation herausgekommen zu sein fuhren wir in die Stadt. Marrakesch ist wirklich voll mit Autos, Bussen, Motorrädern, Mofas, Kutschen, Mauleseln und Fußgängern und aus einer zweispurigen Straße wird schnell mal eine mit vier Spuren. Ganz nach der Devise: Da ist doch noch Platz. Es werden übrigens im ganzen Land viele Häuser gebaut, aber manchmal sieht es auch schon echt verfallen aus. Man war sich nie sicher Baustelle oder schon verfallene Gebäude?
Den Parkplatz in Marrakesch fanden wir ohne Probleme. Nur um zu unserem 1. Riad in  Marrakesch zu gelangen brauchten wir Hilfe. Zwei Kinder halfen uns für 10 Dirham. Natürlich wieder mit Diskussion, dass das viel zu wenig sei. Es war wirklich ein sehr nettes Riad mit freundlichem Perosnal. Unser Zimmer lag wie bereits üblich direkt am Gemeinschaftsraum. Abends gingen wir in ein Restaurant in der Nähe einer großen Moschee. Die Dachterrasse war mal wieder ein Traum und die Aussicht super. Wir konnten Storche bei der Nest- und Brutpflege beobachten und es gab zum ersten Mal Bier auf dieser Reise, allerdings alkoholfrei :).

Tag 8:
Ich hörte noch im Bett liegend wie der Regen auf die Abedeckung des Innenraums prasselte. Das Wetter sollte es an diesem Tag nicht gut mit uns meinen. Es schüttete immer wieder wie aus Eimern und wir waren sehr froh über unsere Jacken. Wir wollten es ein bisschen mit Kultur versuchen und besuchten trotz Regen einen verfallenen Palast und hübsch verzierte Gräber eines Sultans inklusive Kinder und Enkelkinder. Da wir noch das Riad wechseln mussten ging es mittags zum Umzug in unser erstes Riad zurück. Auch bei der Suche des zweiten Riads waren wir auf Hilfe angewiesen. Wie sich hier jemand in den endlosen Gassen auf anhieb zurecht findet ist mir immer noch ein Rätsel. Unser zweites Riad war quasi mitten in der Innenstadt von Marrakesch. Wir konnten das Treiben des Marktes bis zu unserer Dachterasse hören.  Typisch Touri machten wir an diesem Tag noch einen großen Fehler. Wir liefen um den Suk rund um Jamaa el Fna und kauften alles mögliche ein ohne zu vergleichen und ohne das Feilschen mit kleineren und vor allem preiswerteren Produkten geübt zu haben.
Übrigens haben wir hier tatsächlich den ein oder anderen Touristen entdeckt.  Zuerst blieb ich in einem  Laden hängen der voll war mit Holzkästchen und diversem weiterem Holzschnickschnack (typisch für mich). Es waren aber auch wirklich hübsche Kästchen und der Mann im Laden war sehr nett. Nachdem ich eine „magic Box“ gelöst hatte bot er 10000 Kamele und seinen ganzen Laden für mich.  Letztendlich kaufte ich ein Holzkästchen und ein Kamel für circa 11 Euro. Später sah ich natürlich ähnliche Kästchen für 5 Euro und Kamele für 50 Cent. Naja ich bilder mir einfach ein, dass wie der Verkäufer es sagte mein Kästchen einfach „high quality“ ist. Noch in dem Laden fing es wieder ordentlich an zu schütten und zu hageln. Die Hagelkörner waren circa Weintrauben groß und machten auf den vielen Wellblechdächern ordentlich krach. Ich bin mir tatsächlich nicht sicher ob ich vorher schon einmal so große Hagelkörner gesehen habe. Nicht viel weiter hatte uns schon der nächste Verkäufer an der Angel. Auch er war sehr nett und vor allem lustig. Er hatte ein unglaubliches Verkaufstalent und sollte eigentlich in Deutschland Autos  verkaufen :).  Wir durften an allen möglichen Kräutern und Gewürzen riechen. Er erklärte uns zu jedem Gewürz was darin ist und machte immer wieder Witze über potenzfördernde Tees und zeigte auf sehr große längliche Kürbisse die am Nachbarstand von der Decke hingen. Er schmierte uns mit unterschiedlichen Seifen voll und wir kauften schließlich Gewürze, Tee und Arganöl. Eine Art marokkanischen Bimsstein bekamen wir geschenkt. Nicht wirklich viel weiter hingen wir schon im nächsten, dafür aber auch letzen Laden für heute. Es gab Teekannen und Gläser. Der gute Mann holte sogar aus sämtlichen umliegenden Geschäften noch Kannen, da uns die die er dort hatte nicht zu 100 % gefielen. Letzendlich ließen wir einiges an Geld dort bekamen aber auch 14 Gläser eine Kanne und ein Tablett.
Wir brachten alles zurück in unser Riad und nutzen ein paar Momente ohne Regen um die Dachterrasse zu testen. Der Blick war mal wieder fantastisch. Man sah das große Minarett der Moschee, die Berge, die Stadt und man hörte die Trommler und Schlangenbeschwörer auf dem Markt. Auf dem Markt sahen wir im Übrigen auch einige sehr unschöne Dinge. Äffchen an kurzen Leinen und mit Windeln die irgendwelche Kunststücke machen sollten oder an Touris für Fotos hochkletterten. Total benebelte Schlangen die überall herum lagen. Zum Verkauf standen Echsen, Chamäleons Landschildkröten und Falken. Alle sahen sehr schlecht und zerrupft aus und die Haltung ließ wirklich zu wünschen übrig. Abends schickte uns Tripadvisor ins Cafe Zwin Zwin. Dachterrasse war an diesem verrengneten Abend leider keine Option. Es gab das erste mal Wein und Bier (einer der wenigen Ort in Marokko, stört mich aber nicht weiter) und ich aß Couscous. Dazu gab es karmalisierte Zwiebeln mit Rosinen. Das war unglaublich lecker. Nils aß Hühnchen Pastilla und war ebenso begeistert.

Unser Zimmer im Hotel war übrigens mal nicht direkt am Gemeinschaftsraum sonder ganz oben direkt an der Dachterrasse. Das war mal eine willkommene abwechslung. Unser erste Eindruck vom Zimmer war allerdings „Puff“, da unser Bett mit Leopardenmuster überzogen war. Auch die Decke und die wirklich vielen Kissen wechselten von Tiger zu Leoprint und es erinnerte doch stark an das wohl älteste Gewerbe.

Tag 9:
Heute mussten wir früh raus, denn es ging aufs Kamel. Wir wurden am Cafe de France relativ unproblematisch eingesammelt. Unser Fahrer stellte sich als marokkanischer Obama vor. Sein Kommentar: Ich sehe zwar so aus wie Obama (naja :) ), aber ich habe leider nicht so viel Geld wie er. Bei den Kamelen angekommen gab es eine kurze Einweisung und dann ging es direkt auf die Wüstenschiffe.

Mein Wunsch erfüllte sich, denn es gab gleich zwei Babykamele. Die machen übrigens ganz schön laute und seltsame Geräusche, ein bisschen wie ein Wookie. Mein Kamel hieß Aysa und wir bildeten den Schluss der Karawane. Ich fand es gar nicht so bequem da oben und war wirklich froh nach über 1 Stunde zumindest erstmal wieder am Boden zu sein. Bei der Pause gab es marokkanischen "Whiskey", sprich grüner Tee mit Minze und einigen Kilo Zucker. Außerdem gab es unseren Lieblingssnack Mesnmn (keine Ahnung wie man das schreibt) mit Honig uns Sesam.
Dann ging es auch schon zurück. Es ist überaus niedlich, wenn die kleinen Kamele anfangen zu Traben. Der Ritt ging übrigens durch "Steinwüste und Palmenhaine". Man könnte auch sagen fünf Palmen in trister Landschaft.
Am Ende bekamen die Frauen aus der Gruppe einen Kamelring aus Palmenblättern geschenkt, die die Guides unterwegs bastelten.
Wieder zurück im Hotel machten wir uns direkt auf den Weg zum Markt um die letzten Besorgungen zu erledigen. Ich wollte unbedingt noch hübsch verzierte Teller mit nach Deutschland bringen. Ich habe wirklich schöne Teller gefunden und der Händler hat sehr über mich gelacht, weil ich wohl eine harte Verhandlungspartnerin war.
Alle Einkäufe zurück ins Hotel gebracht genossen wir bis zur Dämmerung das Wetter auf unserer Dachterrasse.
Dann ging es wieder auf den Markt. Wir wollten dort das Treiben der Nacht erleben und es war wirklich unglaublich. Überall Schlangenbeschwörer, Schamanen, Wahrsager, Geschichtenerzähler, Musiker, Boxkämpfe, Spiele und mehr. Es ist kaum zu beschreiben wie magisch diese Atmosphäre war. Fast das Schönste daran war eigentlich, dass das Ganze nicht extra für Touristen gemacht wurde, sondern dass der Großteil der Zuschauer Einheimische waren.
In windeseile wurden auf dem Marktplatz unfassbar viele Essenstände aufgebaut. Wir versuchten uns einen Überblick zu verschaffen, doch wir kamen nicht weit. Wir wurden hartnäckig von den Anwerbern der einzelnen Stände bequatscht."We have the best" wurde uns quasi an jedem Stand versprochen. Ein Platz wurde uns so angeboten: "Face to face , romantic place". Romantisch war bei diesem Trubel wirklich gar nichts. Schlussendlich schien es an den verschiedenen Ständen fast überall das Gleiche zu ähnlichen Preisen zu geben.
Wir entschieden uns für den ersten Stand. Es war auch wirklich nett, wobei das Essen nichts besonders war. Dafür war die Stimmung und die Atmosphäre einmalig und unbeschreiblich.


Tag 9 und 10:
Heute ging es nach Azemmour. Unsere letzte Station vor unserem Rückflug. Die Stadt liegt direkt am Meer. Auch hier: Keine Touristen. In unserem Hotel waren wir die einzigen Gäste. Die Dachterrasse war mal wieder fantastisch. Wir machten uns einen schönen Tag am Meer und genossen ein 3 Gänge Menü auf unserer Dachterrasse.
Am nächsten Morgen ging es zurück nach Casablanca und wieder zurück nach Hause.

Was ein atembraubender, abenteuerlicher, aufregender Urlaub!

Vielleicht macht sich einer von euch ja auch auf den Weg nach Marokko :)

Berichtet mir!

Anni

Dienstag, 18. Juli 2017

Marokko - eine Abenteuerrundreise mit dem Mietwagen - Teil 2 Fés und Tinghir

Zurück zu Teil 1

Weiter geht es:

Tag 3:
Ich bin gestern sofort eingeschlafen und habe auch wirklich sehr erholsam geschlafen. Es ist uns sehr schwer gefallen aus dem Bett zu steigen, weil es einfach so gemütlich war. Das Frühstück auf der Dachterrasse war perfekt. Übrigens lebt dort auch eine Landschildkröte. Der ganze Aufenthalt im Repose war ein Traum. Liebevoll eingerichtet und dekoriert und die Inhaber einfach so herzlich, dass man sich gleich zu Hause fühlt. Leider mussten wir diesen schönen Ort verlassen, unsere Reise sollte ja schließlich weitergehen. Also saßen wir recht schnell nach dem Frühstück im Auto Richtung Fés. Die Straßen waren gut ausgebaut und ähneln, zumindest auf dieser Strecke, unseren Landstraßen und Autobahnen. Auf dem Weg entdeckten wir die ersten Störche die ihre Nester auf Straßenlaternen bauten. Die Landschaft wechselte recht schnell von Stadt zu flachem Land zu Hügeln, teilweise merkwürdig geformt und bewachsen.
Uns ist auf der Fahrt aufgefallen, dass immer wieder im Nirgendwo einfach Menschen rumstehen und scheinbar auf etwas warten, wir haben aber noch nicht herausgefunden auf was. Außerdem scheint es üblich zu sein, dass einzelne Polizisten Brücken bewachen und das jede Kuh einen eigenen Hirten braucht.
In Fés angekommen ergibt sich ein ganz neues Stadtbild. Die Stadt ist eingebettet in ein Tal umschlossen von Bergen. Wir fühlten uns gleich viel wohler als in Rabat. Es war auch nicht so dreckig und zugemüllt.
Die Medina begann an einem wunderschönen blauen Tor und es dauerte nicht lange bis uns die ersten Leute anquatschten ob sie unser Gepäck tragen und uns zum Hotel führen sollen. An dieser Stelle soll gesagt sein, dass Koffer für unsere Art von Reise keine gute Idee waren. Die ganze Zeit diese großen sperrigen Mistdinger durch die Straßen zu schleppen war ätzend. Gott sei Dank habe ich so einen tollen Freund, der mir stets half und das Ganze als Training nutzte. Merke beim nächsten Mal Bagpackerrucksack!
Einen dieser Männer sind wir leider nicht losgeworden und wie in Marokko so üblich brachte er uns nach einigem Suchen zu unserem Hotel (keine Ahnung ob wir es auch so gefunden hätten) und verlangte ein paar Dirham. Es war immer wieder eine Diskussion da er viel mehr haben wollte als wir geben wollten und auch als unser Reiseführer uns empfahl. Aber so ist das wahrscheinlich einfach in armen Ländern.
Im Riad angekommen hatten wir gleich einen ganz anderen Eindruck. Wir wurden nicht so herzlich begrüßt und es gab nur einen lieblos servierten Minztee. Und Minztee heisst hier ein paar Blätter Schwarztee, ein paar Blätter Minze und jede Menge Zucker. Dafür war der Gemeinschaftsraum sehr hübsch mit vielen blauen und weißen Mosaiken verziert. Unser Zimmer war auch mehr eine Katastrophe als ein schöne Unterkunft, aber für eine Nacht sollte es reichen. Wie auch schon im Repose ging unser Zimmer direkt vom Gemeinschaftsraum ab. Für diese Nacht sollte das ein wenig Lärm und viel Helligkeit heißen. Dann ging es auf die Stadt zu erkunden. Da Freitag war, hatte der Suk geschlossen und die einsamen Gassen waren ein wenig gruselig. Vor allem kamen uns immer wieder wie Jedi Ritter gekleidete Menschen entgegen, die uns fragten ob wir Haschisch kaufen wollten. Wir lehnten jedes mal dankend ab. Wir gingen Richtung Stadtmauer und tranken wieder einen Orangensaft. Diese Stadtmauern gefallen mir wirklich sehr gut. Wir machten uns auf die Suche nach dem botanischen Garten, hier nur als „beautiful garden“ bekannt, den uns der Typ im Riad empfohlen hat. Der hat übrigens so leise gesprochen, dass man ihn kaum verstehen konnte. Der Garten war schön angelegt und vorallem sauber. Danach liefen wir am Rand der Stadtmauer entlang zu zwei Ruinen die wir schon von Weitem entdeckt hatten. Sie lagen leicht erhöht auf einem Berg am Stadtrand. Die Aussicht von dort oben über die Stadt war fantastisch! Das Wetter war auch einfach perfekt. Blauer Himmel und weder zu heiß noch zu kalt.






Dem Internet sei Dank fanden wir abends ein zauberhaftes kleines Restaurant, welches wir ohne Tripadvisor wahrscheinlich niemals gefunden hätten. Man musste eine sehr leicht übersehbare Treppe viele Etagen hinauf. Ich hätte niemals gedacht wie versteckt ein Restaurant so sein kann. Oben angekommen gab es eine wunderschöne Dachterrasse mit herrlichem Blick über die Stadt. Es war auch ganz schön voll. Und sogar den ein oder anderen Tourist konnten wir entdecken. Wir gönnten uns für 950 Dirham ein 3 Gänge Menü und genossen die Abendstimmung.
Duschen sollte in Marokko weiterhin eine Herausforderung bleiben. In dem kleinen Bad machte man natürlich alles nass. Man hatte gar keine andere Wahl. Hier war das Problem es gab ausschließlich extrem heisses Wasser, aber mit Geduld lassen sich ja viele Dinge regeln.

Tag 4:
Das Frühstück in Fés war okay. Leider gab es das erst um neun und so kamen wir eine Stunde später als geplant los. Dass die Fahrt  nach Tinghir mehr als neun Stunden in Anspruch nehmen würde hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt. Eine Abbiegung wurde uns zum Verhängnis und wir trauten dem falschen Navi (gekaufte Karte auf einem Nüvi gegen Open Street Maps auf dem Handy). Dafür haben wir auf dem Weg wirklich viel verschiedene Facetten des Hohen Atlas mitbekommen und die ein oder andere Seltsamheit erlebt. Es ist ganz furchtbar wenn auf engen Passstrassen ein LKW vor einem fährt. Das Überholmanöver ist gar nicht so einfach und in schneckentempo hinterher fahren ist keine Option. Oft sind auch Kleinbusse beispielsweise mit Ziegen, Schafen oder Kühen beladen. Die Tiere sitzen dann oben auf dem eingezäunten Dach des Autos. Teilweise bringen solche Kleinbusse auch Menschen von Ort zu Ort, wobei wir uns immer noch fragen welche Orte, denn das waren teilweise wirklich Stunden von Ort z Ort. Und die Busse waren wirklich vollgestopft, sodass Kinder auf dem Dach saßen oder sich hinten auf die Leisten stellten. Wir hatten immer Angst, dass gleich eins runter fällt und wir drüber fahren. Eine Szene auf der Fahrt hat mich sehr, sehr traurig gestimmt. Ein Esel stand tieftraurig am Straßenrand vor einem kleinen Graben und ich wusste erst nicht was los war, bis ich zwei verstorbene Esel in Mitten des Grabens entdeckt habe. Das war wirklich kein schöner Anblick. Es war viel Off Road Strecke die wir bewältigen mussten und in dieser Zeit kamen wir nur sehr langsam voran. Nach 6 Stunden hört es dann auch langsam auf Spaß zu machen. Als endlich das Ziel in Sicht schien passierten wir sogar schon die berühmt Todhra Schlucht, die wir am nächsten Tag bewandern wollten. Insgesamt ist die Landschaft dort mit Utah zu vergleichen. Zumindest haben wir das gemacht, obwohl wir noch nie dort waren :)
Es sah alles ein bisschen aus wie Mond und Marslanschaft.
Hinter der Todesschlucht lag dann auch die Oasenstadt Tinghir. Als wir am Ende des Tages endlich in unserem Hotel Kasbah angekommen sind mussten wir in unserem Zimmer feststellen, dass es nur einen Duschvorhang zum Klo gab. Zur Dusche hingegen gab es eine Tür… Wer sich das wohl ausgedacht hat? Privatsphäre war auf jeden Fall dahin.Von der zwar sehr großen aber nicht ganz so schönen Dachterrasse hatten wir einen unglaublich schönen Blick über die Stadt und konnten unser Omlett de Fromage genießen.


Tag 5:
Nach dem leckeren Frühstück auf der Dachterrasse mit wunderschönem Blick über die Oase machten wir uns inklusive GPS Track auf dem Handy auf den Weg in die Todhra. Es war tatsächlich gar nicht so schwer den Anfang des 8km langen "Wanderwegs" zu finden. Die ersten beiden Stunden der Wanderung hatten wir auch noch eine Art Weg dem wir folgen konnten, allerdings endete dieser einfach irgendwann und wir halfen uns mit dem GPS Track. Die Landschaft war phänomenal und wir konnten uns gar nicht satt sehen an der Utah-ähnlichen Gegend. Auch kam uns keine Menschenseele entgegen. Der Track führte uns irgendwann durch ein ausgetrocknetes Flußbett und überall wuchs Thymian dessen Duft durchgehend in unsere Nase drang. Durch das Flußbett und über die großen Steine zu klettern hat wirlkich Spaß gemacht.
Irgendwann tauchte aus dem Nichts auch wieder eine Art Weg auf. Immer wieder kamen uns große Ziegenherden auf unserem Weg entgegen. Wer weiß wo die herkamen und hinwollten. Habe ich eigentlich schon erwähnt dass es heiß war? Es war unglaublich, der Boden hat sogar vor Hitze geflimmert und bei der Landschaft gab es kein einziges Fleckchen Schatten. Wir hatten insgesamt 6 Liter Wasser bei uns und hofften dass wir damit auskommen würden. Ich tappte also auf besagtem Weg Nils hinterher als ich plötzlich ein merkwürdiges Geräusch hörte. Ich hörte das irgendwas oder irgendwer von hinten auf uns zu gerannt kam. Plötzlich tauchte ein stark hechelnder Hund neben mir auf. Ich habe mich unglaublich erschrocken und mit freilebenden Hunden weiß man ja auch nie... Vielleicht aggressiv oder krank? Dieser Vertreter, übrigens ein Mädchen, schien auf den zweiten Blick dann aber ganz freundlich zu sein. Wir hatten auch wirklich Mitleid mit ihr. Füttern kam für uns aber nicht in Frage. Da sie so starkt hechelte kalkulierten wir unseren Wasservorrat erneut und entschieden uns ihr etwas abzugeben. Wir schnitten also eine unserer Wasserflaschen auf und boten der Hündin etwas zu trinken an. Sie schien sehr dankbar und trank über einen halben Liter Wasser sofort aus. Tja und dann, wie hätte es auch anders sein können, hatten wir für die letzte Stunde des Wanderweges eine Begleiterin. Sie folgte uns auf Schritt und Tritt, mal dicht an unseren Beinen, mal lief sie etwas vor oder blieb zurück um etwas zu jagen, kam aber immer wieder zu uns. Wir befürchteten schon sie bis zum Auto nicht mehr loszuwerden. Das klingt zwar hart, aber was hätten wir denn machen sollen? Einfach wegfahren und sie stehen lassen hätte mir das Herz gebrochen. Gott sei Dank ließ sie uns aber ziehen, als sie merkte, dass wir wieder in der Nähe der Straße und der kleinen Stadt waren. Sie sah uns noch eine ganze Weile nach und wir schauten auch immer wieder nach ob sie noch dort stand.
Nachmittags schlenderten wir noch durch die Stadt und die Medina und ließen uns mal wieder von einem einheimischen bequatschen der uns zufällig aufgabelte als wir grade Geld abgehoben hatten. Er wollte uns wie so viele andere die Stadt zeigen und ich war sehr dafür dass wir ihn loswerden sollten und so redete sich Nils einfach damit raus, dass die Frau (also ich) mal dringend zurück ins Hotel auf die Toilette muss. Das Ganze hat dann auch Gott sei Dank gut geklappt und wir sind einfach von der anderen Seite auf den Markt gelangt. Dank Internet haben wir mal wieder ein wirklich tolles Restaurant mit Terrasse inklusive Blick auf die Oase gefunden. Das Essen war sehr zwiebellastig, gab es vielleicht auf dem Markt grade im Angebot (?), aber sehr lecker. Irgendwie scheinen wir in der absoluten Nebensaison zu reisen, denn egal wo wir hinkommen es gibt einfach keine oder nur vereinzelt Touristen.
Zurück am Hotel gab es ein kleines Parkplatzproblem. Wir Deutschen mit unserer piepsenden Einparkhilfen im Heimatland, haben es einfach nicht geschafft den Dacia in eine kleine unvorteilhafte Parklücke zu fahren und haben dem armen Auto zwei ordentliche Schrammen verpasst. Gott sei dank sind wir für alles Versichert (typisch deutsch?). Letztendlich hat unser sympathischer und lustiger Hotelchef für uns eingeparkt und uns auch ein kleines bisschen mit den Worten“you can not drive, maybe donkey but no car“ ausgelacht.

Fortsetzung folgt...

Weiter zu Teil 3